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Tests 13 Min. Lesezeit

OpponentBook im Test: Gegner-Tagebuch für Fechten und Judo

OpponentBook Test: Gegner- und Trainingstagebuch für Fechten, Judo, BJJ, Boxen und Rückschlagspiele – was die Gratis-Stufe kann und wann sich Pro lohnt.

OpponentBook im Test: Gegner-Tagebuch für Fechten und Judo

Die Linkshänderin, die dich im Februar auseinandergenommen hat, steht beim nächsten Turnier wieder auf der anderen Seite. Und was weißt du noch von damals? OpponentBook ist eine Tagebuch-App für Einzelsportarten – Fechten, Tennis, Judo, Boxen und zwölf weitere –, die genau dieses Problem angeht: Statt datierter Einträge bekommt jede Gegnerin und jeder Gegner ein eigenes Kapitel, mit Matchverlauf und deinen Reflexionen. Die Gratis-Stufe umfasst das komplette Tagebuch, und die Notizen liegen im eigenen Google Drive, Dropbox oder iCloud – nicht auf den Servern des Anbieters.

So eng zugeschnitten war bislang keine App, die auf dieser Seite besprochen wurde – und beim Datenschutz gehört der Ansatz zu den durchdachtesten, die hier bisher vorgekommen sind. Zugleich ist die App konsequent Nische: Wer nicht im Wettkampf steht, braucht sie nicht. Die Bezahlstufen kommen ohne Probeabo und ohne Rückerstattung, und die nativen Apps für iOS und Android sind noch nicht erschienen.

Das Urteil auf einen Blick

✅ Einen Versuch wert, wenn

du in einer Einzelsportart antrittst und einen privaten Ort für Gegner-Notizen, Match-Reflexionen und Training suchst – mit einer Gratis-Stufe, die tatsächlich vollständig ist.

⛔ Lass es, wenn

du ein Tagebuch für den Alltag willst, Mannschaftssport betreibst oder heute schon native Apps, Wearable-Anbindung oder quelloffenen Code erwartest.

Direkt zu: Sportarten · Training · Gratis-Stufe · Die Auswertung · Datenschutz · Schwächen

Was ist OpponentBook?

Wer ernsthaft in einem Kampf- oder Duellsport antritt, trifft immer wieder auf dieselben Leute. Und was du im Februar gegen jemanden gelernt hast, steht entweder irgendwo geschrieben – oder es verblasst und verzerrt sich bis zum Rückkampf, ohne dass du es merkst.

OpponentBook erschien 2026, um diesem Wissen ein dauerhaftes, privates Zuhause zu geben. Die ganze App dreht sich um eine einzige Gewohnheit: Nach jedem Match hältst du fest, was gegen genau diese Person passiert ist.

Jeder Gegner bekommt eine eigene Seite mit Profil, Stil-Tags, Matchverlauf, freien Notizen, Fotos und Videos. Zu jedem Match gehört eine strukturierte Reflexion: Was hat funktioniert, was nicht, woran willst du beim nächsten Mal denken? Ein separates Trainingstagebuch deckt die Zeit zwischen den Wettkämpfen ab.

Die Seite eines Gegners in OpponentBook: Verein und Altersklasse, Tags zu Händigkeit und Griffhaltung, die direkte Bilanz, eine Erinnerung fürs nächste Mal und eine schriftliche Zusammenfassung, wie diese Person kämpft

Der eigentliche Wert steckt dabei im Schreiben selbst, nicht in der Software. Aus einem vagen Gefühl nach dem Match wird ein Satz in deinen eigenen Worten – „in den ersten drei Treffern nicht lang eröffnen, sie liest das“ –, und erst dieser Satz macht aus einem Eindruck einen taktischen Plan, den du gezielt üben kannst. Die Struktur der App dient genau diesem Zweck: dass der Satz geschrieben wird und vor der nächsten Begegnung wieder vor dir liegt.

Das auffälligste Element ist die räumliche Markierung. Auf einer schematischen Zeichnung der Wettkampffläche – Fechtbahn, Tischtennisplatte, Boxring – setzt du Pins, um festzuhalten, wo Punkte fielen oder wo jemand gefährlich wird. Grappling-Sportarten wie BJJ arbeiten stattdessen mit Positionen: Guard, Mount, Rücken.

Sind genügend Matches markiert, verdichten sich die Pins – bei Premium – zu einer Heatmap: grüne Felder dort, wo deine Aktionen aufgingen, rote dort, wo sie danebengingen, dazu die Zonen, die du als gefährlich vermerkt hast, und die Muster, die dir aufgefallen sind. Daneben steht eine Trefferbilanz nach Aktionen: wie oft deine Riposte, dein Konterangriff oder deine Flèche gegen genau diese Person tatsächlich gepunktet hat.

Eine Markierungs-Heatmap auf einer Fechtbahn mit Filtern je Aktion, farbcodierten Feldern für Gelungenes und Misslungenes sowie einer Aktionsliste mit der Trefferquote je Aktionsart

Auffällig ist auch, was fehlt. Es gibt keine Streaks, keine Abzeichen, keine Punkte – in diesem Markt eine ungewöhnliche Entscheidung. Was solche Mechaniken mit einer Schreibgewohnheit anstellen, beleuchtet unser Artikel zu Tagebuch-Streaks.

Hinter der Grundidee steht durchaus Forschung. Ein Team um Tynke Toering an der Universität Groningen verglich in einer älteren, aber häufig zitierten Studie aus dem Jahr 2009, erschienen im Journal of Sports Sciences, Jugendliche im Elite-Fußball mit Gleichaltrigen, die nicht auf diesem Niveau spielten – und Reflexion gehörte demnach zu den Selbstregulationsfähigkeiten, die am stärksten mit dem Elite-Niveau zusammenhingen. Das ist zunächst nur ein Zusammenhang in einer einzigen Sportart, kein Beleg, dass eine App die Ergebnisse verbessert. Die Studie legt aber nahe, dass die Nachbereitung nach dem Match – genau die Gewohnheit, um die OpponentBook gebaut ist – kein willkürliches Ritual ist.

Wie gut kennt die App deine Sportart?

Unterstützt werden sechzehn Einzelsportarten: Fechten, Tennis, Tischtennis, Badminton, Padel, Squash, Judo, BJJ, Ringen, Kendo, Boxen, MMA, Taekwondo, Karate, Kyokushin und Ju-Jitsu. Mannschaftssport bleibt bewusst außen vor.

Jede davon bekommt dieselben drei Dinge: ein Schema, auf dem sich Aktionen markieren lassen, einen Satz Profilfelder für das Gegenüber und ein eigenes Vokabular an Tags.

Beim Schema gehen die Sportarten dann tatsächlich auseinander. Schlag-, Stoß- und Rückschlagsportarten bekommen eine Karte der Wettkampffläche – Fechtbahn, Tennisplatz, Tischtennisplatte, Ring –, auf der du markierst, wo etwas passiert ist. Im Grappling zählt stattdessen die Position, weil es dort weit weniger aussagt, wo auf der Matte du lagst, als ob du in der Guard warst, in der Mount oder im Rücken des Gegners.

Die Tiefe ist allerdings ungleich verteilt – und das ist unser wichtigster Vorbehalt gegenüber der Zahl sechzehn.

Am weitesten ausgebaut ist eindeutig das Fechten. Die Statistik zur Prioritätsminute gibt es dort in jeder Stufe gratis, durch die Aktionsauswertungen zieht sich Fechtvokabular, und jeder Screenshot, den der Anbieter veröffentlicht, zeigt ein Gefecht.

Für die anderen fünfzehn bestätigen die Hilfeseiten je Sportart zwar, dass es ein Schema, strukturierte Felder und eine Tag-Systematik gibt. Welche Positionen, Felder oder Statistiken die einzelne Sportart konkret bekommt, steht dort aber nirgends. Wir haben vier dieser Seiten miteinander verglichen: Es ist dieselbe Seite, in die jeweils ein anderer Sportartname eingesetzt wurde.

Eine Ringerin oder ein Padelspieler erfährt aus der Dokumentation also nicht, wie gut die eigene Sportart abgebildet ist – das zeigt sich erst nach der Anmeldung. Das ist kein Beleg dafür, dass die übrigen fünfzehn schlecht bedient werden; es ist eine Lücke in dem, was sich von außen überhaupt prüfen lässt. Und das sagen wir lieber, als so zu tun, als hätten wir sechzehn Sportarten getestet.

Wer in einer anderen Sportart als Fechten antritt, klärt das am besten selbst über die Gratis-Stufe. Genau dafür taugt sie.

Und das Training zwischen den Wettkämpfen?

Wettkämpfe sind eine Handvoll Tage im Jahr, Training ist der ganze Rest. Dafür führt OpponentBook einen zweiten, getrennten Strang: ein Trainingstagebuch, in dem jede Einheit ein Datum, eine Kategorie, eine Dauer, eine Bewertung der empfundenen Anstrengung, freie Notizen und Tags bekommt.

Es ist bewusst karg gehalten. Keine Übungsdatenbank, kein Wearable-Import, keine GPS- oder Pulsdaten. Was bleibt, ist eine lesbare Chronik Woche für Woche: was du tatsächlich gemacht hast und wie schwer es sich angefühlt hat.

Das Trainingstagebuch, nach Wochen gruppiert; jede Einheit zeigt Sportart, Dauer, eine Anstrengungsbewertung, Tags und eine Notiz

Gerade die Anstrengungsbewertung lohnt sich, wenn man sie ernst nimmt. Anna Saw, Luana Main und Paul Gastin von der Deakin University veröffentlichten 2016 im British Journal of Sports Medicine eine systematische Übersicht, für die sie 56 Studien zum Vergleich subjektiver und objektiver Trainingsüberwachung auswerteten – demnach bildeten die selbst berichteten Maße akute wie chronische Trainingsbelastung feiner ab als die objektiven Marker, mit denen sie verglichen wurden.

Untersucht wurden dort allerdings strukturierte Fragebögen zum Befinden, kein einzelner Schieberegler. Nimm den Befund deshalb als guten Grund, die Bewertung ehrlich einzutragen – als Beleg für diese App taugt er nicht. Zehn Sekunden pro Einheit kostet dich das ohnehin nur.

Trainingspläne gehören zu Premium. Du hinterlegst den Plan, dem du folgen willst: einen benannten Zeitraum mit einer Wochenvorlage aus Einheiten, jede mit Kategorie, optionaler Zieldauer und optionaler Notiz. Einheiten lassen sich auf einen Wochentag festlegen („Beinarbeit montags“) oder ohne festen Tag mit einer Anzahl pro Woche führen („zweimal Kondition, egal wann“).

Ein Trainingsplan mit seinem Wochenraster aus benannten Einheitstypen samt Tagen und Zieldauern sowie ein Vergleich von Plan und Tagebuch, der protokollierte Einheiten, den erfüllten Anteil des Geplanten und ungeplante Einheiten zählt

Die nützlichere Hälfte ist der Vergleich darunter. Woche für Woche gleicht die App deine protokollierten Einheiten mit dem Plan ab und zeigt, was gelaufen ist, was ausgefallen ist und was du gemacht hast, ohne dass der Plan danach gefragt hätte – die letzte Zahl ist oft die aufschlussreichste auf dem Bildschirm.

An zwei Stellen hat sich hier jemand etwas gedacht. Der Vergleich beschreibt, statt zu bewerten: keine Streaks, keine Note von null bis hundert, kein Anschubsen zurück in die Spur. Und die KI schreibt oder empfiehlt niemals einen Plan – du trägst ein, was Trainerin, Trainer oder die eigene Planung vorgeben, und die App gleicht das nur mit der Wirklichkeit ab.

Weitergeben lässt sich ein Plan außerdem so, wie Training in der Praxis organisiert ist: als kleine Datei, die jede und jeder importieren kann – und beim Import entsteht eine eigene, unabhängige Kopie. Ein Block wird also einmal geschrieben und danach herumgereicht, ohne dass irgendwer Konten verknüpfen müsste.

Derselbe Plan lässt sich auch als gewöhnliche .ics-Kalenderdatei exportieren, sodass die auf Wochentage festgelegten Einheiten in dem Kalender landen, den du ohnehin nutzt. Für Einheiten ohne festen Tag gibt es dort nichts einzutragen – und die App sagt das, statt einen Termin zu erfinden.

Was bietet die Gratis-Stufe?

Fast alles. OpponentBook dreht die übliche Freemium-Logik um: Kapazität ist gratis, bezahlt wird für Auswertung.

✅ In der Gratis-Stufe enthalten⚠️ Das solltest du wissen
Unbegrenzte Gegner, Matches und WettkämpfeSechzehn unterstützte Sportarten – für Mannschaftssport gibt es nichts
Unbegrenzte Fotos und Videos im eigenen Cloud-KontoDie Speichergrenze ist dein Google-Drive-, Dropbox- oder iCloud-Tarif
Synchronisierung über mehrere Geräte plus voller Offline-ModusWird eine Notiz offline auf zwei Geräten gleichzeitig bearbeitet, bleibt eine Version erhalten – zusammengeführt wird nicht
PDF- und Word-Export einzelner Gegner oder TrainingsabschnitteGratis-Exporte tragen einen kleinen Hinweis „Generated by OpponentBook“; Premium entfernt ihn
Trainingstagebuch, Volltextsuche, Tags, mehrere Sportarten parallelVorerst nur als Browser-App – native Apps für iOS und Android sind noch in Entwicklung
Wettkampfkalender, inklusive Turnier-Import aus einer KalenderdateiTrainingspläne und der Abgleich von Plan und Tagebuch brauchen Premium
JSON-Sicherung und Wiederherstellung mit einem Klick

Eine Gratis-Funktion verdient einen genaueren Blick: Die App merkt sich, ob du die Notizen zu einem Gegner vor dem Aufeinandertreffen geöffnet hast, und zeigt anschließend, wie deine Siegquote in vorbereiteten Matches im Vergleich zu unvorbereiteten aussieht. Solange dafür zu wenige Daten vorliegen, sagt sie genau das, statt Prozentzahlen zu erfinden. Laut den Hilfeseiten des Anbieters lässt sich die Erfassung abschalten und der Verlauf löschen; die erfassten Ereignisse liegen ohnehin im eigenen Speicher. Nimm die Auswertung trotzdem als Anstoß, nicht als Beweis – auf die Matches, die dir am wichtigsten sind, bereitest du dich vermutlich sowieso am gründlichsten vor.

Premium, Pro und Max: Was kommt dazu?

Die Bezahlstufen verkaufen Auswertung, nicht Kapazität. Die Preisseite hält ausdrücklich fest, dass nichts, was du schreibst, jemals hinter einem Abo verschwindet.

StufeMonatlichJährlichDas kommt dazu
Free0 $0 $Das vollständige Tagebuch: unbegrenzte Einträge, Medien, Sync, Export
Premium9,99 $99 $Statistik-Dashboards, aggregierte Heatmaps, Trainingspläne, KI-Zusammenfassungen pro Gegner, Diktierfunktion, Exporte ohne Hinweiszeile
Pro19,99 $199 $KI über das gesamte Gegnerbuch: Stil-Archetypen, Schwächenanalyse, Entwicklung über Saisons hinweg, Turnier-Briefings, ausführliche Match-Analysen
Max39,99 $399 $Wie Pro, mit ungefähr doppelt so hohen monatlichen KI-Kontingenten

Die Jahrespreise liegen rund 17 % unter den Monatspreisen.

Die KI-Funktionen bei Premium bleiben überschaubar und klar umrissen: eine Zusammenfassung deiner eigenen Notizen zu einem Gegner auf Knopfdruck, Vorschläge für Tags und Profilfelder sowie Diktieren in jedes Textfeld – die Nachbereitung lässt sich so auf der Heimfahrt einsprechen.

Was sagen die Statistiken wirklich aus?

Premium liefert an dieser Stelle schlichte beschreibende Statistik. Ihr Geld wert sind vor allem die Aufschlüsselungen: Deine Bilanz gegen die Stil-Tags, die du deinen Gegnern gibst – Linkshänder, Konterspieler, langsame Starter –, macht aus einem vagen „gegen die tue ich mich schwer“ eine Zahl, neben der die Stichprobengröße steht.

Auf demselben Bildschirm stehen die Ergebnisse nach Art des Austragungsorts und nach Tageszeit, die Sieg-Niederlage-Entwicklung über die Saison und die aggregierten Heatmaps: Wo machst du über alle Gefechte gegen eine Person hinweg – oder gegen alle Gegner mit demselben Tag – deine Punkte, und wo macht die Gegenseite ihre?

Fechterinnen und Fechter bekommen in jeder Stufe eine weitere Statistik gratis, und sie ist aufschlussreich. Gefechte, die bis in die entscheidende Prioritätsminute gehen, werden danach aufgeteilt, ob die Priorität bei dir lag oder beim Gegenüber – ein direkter Hinweis darauf, ob du die knappsten Gefechte einer Saison zu Ende bringst oder sie nur gewinnst, wenn die Münze für dich fällt.

Die Auswertungsansicht mit der gratis verfügbaren Siegquote in Gefechten mit Prioritätsminute, aufgeteilt danach, wer die Priorität hatte, darüber ein Premium-Statistikband mit den Siegquoten gegen die einzelnen Stil-Tags
Jede Zahl auf diesem Bildschirm stammt aus deinen eigenen protokollierten Matches auf deinem eigenen Gerät – einen Vergleich mit anderen Sportlerinnen und Sportlern gibt es nicht, weil die App keine anderen kennt.

Und die KI-Analyse bei Pro?

Pro liest dein Gegnerbuch für die Sportart, in der du gerade antrittst, und sucht darin nach Mustern, statt ein Match nach dem anderen zusammenzufassen.

Stil-Archetypen ordnen die Gegner, auf die du triffst, wiederkehrenden Typen zu, nennen deine tatsächliche Bilanz gegen jede Gruppe und schlagen je eine taktische Anpassung vor. Keine andere Auswertung beantwortet so direkt, welche Art von Gegner dich immer wieder schlägt – und was du dagegen ändern solltest.

Die Entwicklungsanalyse leistet dasselbe über die Zeit: Was hat sich in der vergangenen Saison verändert, was nicht – jede Aussage gestützt auf datierte Belege aus deinem eigenen Tagebuch statt auf eine bloße Behauptung.

Eine gespeicherte Archetypen-Auswertung, die Gegner wiederkehrenden Typen zuordnet, mit der Siegquote gegen jede Gruppe und einer taktischen AnpassungEine gespeicherte Entwicklungsanalyse mit Zusammenfassung und Musterkarten, jede mit einer Richtung gekennzeichnet – etwa als Verbesserung – und mit datierten Belegen aus dem eigenen Tagebuch unterlegt

Die Schwächenanalyse arbeitet Gegner für Gegner und schaut sich sowohl an, was wiederholt gelingt, als auch, was wiederholt schiefgeht – sie muss deine Siege ebenso genau prüfen wie deine Niederlagen.

Ausführliche Match-Analysen entfalten ein einzelnes Gefecht zu mehreren hundert Wörtern begründeter Auswertung, und die Themen aus dem Trainingstagebuch lesen deine jüngsten Einträge noch einmal durch und holen hervor, was du dir selbst schreibst, ohne es zu bemerken.

Am häufigsten dürfte das Turnier-Briefing zum Einsatz kommen: eine kurze Lektüre für die Minuten, bevor es losgeht, mit einer Zeile pro wahrscheinlichem Gegner, den Themen, die mehrere von ihnen verbinden, und einer einzigen Erinnerung an dich selbst.

Ein gespeichertes Turnier-Briefing mit einer taktischen Zeile pro erwartetem Gegner, den Themen, die mehrere von ihnen verbinden, und einer einzigen Erinnerung für die Zeit vor dem Wettkampf

Schwerer als jede einzelne Funktion wiegen zwei Vorbehalte. All das entsteht aus deinen eigenen Notizen, und die Dokumentation sagt ausdrücklich: Bei dünner Datenlage verweigert die Auswertung die Antwort, statt Erkenntnisse zu erfinden.

Ähnlich vorsichtig sind die Statistiken. Die Siegquote vorbereitet gegen unvorbereitet bleibt verborgen, bis auf beiden Seiten der Aufteilung zehn Matches zusammengekommen sind; bei den übrigen Zahlen steht die Stichprobe daneben, aus der sie berechnet wurden.

Die KI selbst bleibt konsequent auf der Auswertungsseite: Sie schreibt weder deinen Trainingsplan noch verteilt sie allgemeine Trainertipps. Jede KI-Funktion hat ein sichtbares Monatskontingent, und gespeicherte Analysen wandern in deinen Speicher, wo sie auch nach einer Kündigung lesbar bleiben.

Eines solltest du vor dem Bezahlen wissen: Es gibt kein Probeabo und keine Rückerstattung – die Gratis-Stufe sei der Test, so die erklärte Haltung der Firma. Da die KI-Analyse der einzige Grund zum Bezahlen ist, kaufst du den ersten Pro-Monat auf Vertrauen.

Wie privat sind deine Notizen wirklich?

Gegner-Notizen sind naturgemäß schonungslos – dein ungefilterter Blick auf echte, namentlich genannte Menschen, denen du wieder begegnen wirst. OpponentBooks Antwort darauf liegt in der Architektur: Deine Inhalte werden in einen Speicher geschrieben, der dir ohnehin gehört. Auf den Firmenservern verbleiben nur Login, Abostatus und ein inhaltsfreies Gerüst aus IDs und Datumsangaben.

Datenschutz ist hier Architektur, kein Versprechen: Notizen, die nie bei der Firma landen, kann sie auch nicht lesen.

Dieser Unterschied zählt – und die Datenschutz-Erklärung des Anbieters benennt die Einschränkungen selbst. Im Standardmodus liegen deine Dateien wie jede andere Datei im Cloud-Konto, also technisch lesbar für Google, Dropbox oder Apple. Die optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ändert das für den geschriebenen Text: Sie versiegelt ihn mit AES-256-GCM noch auf dem Gerät, bevor er hochgeladen wird – dein Anbieter sieht dann nur noch Chiffretext. Fotos und Videos deckt sie nicht ab; die liegen in beiden Modi als gewöhnliche Dateien auf deinem Laufwerk.

Die Kompromisse sind dieselben wie bei jedem Modell dieser Bauart, wie unser Ratgeber zum Datenschutz bei Tagebuch-Apps erklärt. Verschlüsselung ist hier Opt-in statt Standard – manche Tagebuch-Apps verschlüsseln ab Werk –, und wer sowohl das Passwort als auch den einmaligen Wiederherstellungscode verliert, dem kann niemand mehr helfen: Die Notizen sind dann für alle unlesbar.

Auch die KI-Funktionen haben eine Grenze, die du kennen solltest. Nichts wird irgendwohin geschickt, solange du keinen KI-Knopf drückst. Tust du es, gehen die betreffenden Notizen zur Verarbeitung an einen externen KI-Dienst – ein Schritt heraus aus dem Modell, in dem alles nur im eigenen Speicher liegt. Wer die KI-Knöpfe nie anrührt oder die Funktion in den Einstellungen komplett abschaltet, dessen Notizinhalte verlassen die eigenen Geräte und den eigenen Speicher nicht – und wer Gegner-Notizen als sportlich brisant betrachtet, wird es vermutlich genau so halten wollen.

Zum Weiterlesen

Wenn dich das Modell mit dem eigenen Speicher über den Sport hinaus interessiert, gehen diese Artikel in die Tiefe:

Wo OpponentBook an seine Grenzen stößt

Nische mit Ansage. Sechzehn Einzelsportarten, kein Mannschaftssport, kein Plan, je ein allgemeines Tagebuch zu werden. Wer Alltag und Wettkampf in einer App festhalten will, braucht zwei Apps.

Jung – und noch nicht fertig. OpponentBook startete 2026 als Web-App; die nativen Apps für iOS und Android sind noch in Entwicklung. Eine lange Geschichte, an der sich das Produkt messen ließe, gibt es noch nicht – und wie verlässlich es gepflegt werden wird, weiß heute schlicht niemand.

Kein Probeabo für die Bezahlstufen. Was Pro auszeichnet – die Analyse über das ganze Gegnerbuch –, lässt sich nicht ausprobieren, bevor du einen Monat bezahlt hast; Rückerstattungen sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Geschlossener Quellcode. Der Code von OpponentBook ist proprietär; die Umsetzung der Verschlüsselung kann niemand unabhängig prüfen. Die Architektur begrenzt zwar, was die Firma sehen könnte, doch ein veröffentlichtes externes Audit gibt es nicht – du vertraust der Implementierung.

Teilen läuft über Dateien. Ein gemeinsames Trainerkonto oder eine verknüpfte Kaderansicht gibt es nicht; stattdessen verschickst du eine PDF-Datei, ein Word-Dokument, eine Plandatei oder eine Kalenderdatei. Das funktioniert und ist von der Anlage her datenschutzfreundlich – nur bedeutet jede Aktualisierung, dass eine neue Datei rausgeht.

KI heißt: Deine Notizen verlassen den eigenen Speicher. Die optionalen KI-Funktionen schicken die betreffenden Notizen zur Verarbeitung an einen externen KI-Dienst. Wenn das für dich eine rote Linie ist, bleiben die Funktionen aus – und mit ihnen entfällt ein Großteil dessen, wofür die Bezahlstufen stehen.

Für wen lohnt sich OpponentBook – und für wen nicht?

Passt, wenn: du in einer der sechzehn Sportarten antrittst – ob auf der Fechtbahn, der Matte, im Ring oder am Netz – und dort Saison für Saison denselben Namen begegnest. Und wenn deine Gegner-Notizen bisher verstreut in einer Notiz-App oder einem Papierheft stehen, du sie aber geordnet, synchronisiert, exportierbar und privat haben willst – ohne einen Cent zu zahlen.

Lieber nicht, wenn: du Mannschaftssport betreibst, ein Tagebuch für den Alltag statt für den Wettkampf suchst, extern geprüfte oder quelloffene Verschlüsselung brauchst, heute eine native App aufs Handy willst oder Trainingsanalysen mit Wearable-Daten erwartest – all das hat OpponentBook bewusst nicht gebaut.

Fazit

Unterm Strich

OpponentBook macht eine einzige, sehr konkrete Sache – ein privates, strukturiertes Buch über jeden Gegner –, die keine der allgemeinen Tagebuch-Apps versucht, die wir bislang besprochen haben. Und den Kern davon gibt es gratis, auf Speicher, der dir gehört. Das verdient eine echte Empfehlung für aktive Wettkämpferinnen und Wettkämpfer – mit Abstrichen: Das Produkt ist jung, der Quellcode geschlossen, native Apps fehlen.

Der Markt ist voll mit Tagebüchern für den Alltag – und erstaunlich leer für alle, die festhalten wollen, woran sie im Februar gegen die Linkshänderin gescheitert sind. OpponentBook füllt diese Lücke mit Zurückhaltung: keine Gamification, ein Speichermodell, das Notizinhalte aus den Händen der Firma heraushält, und Statistiken, die zugeben, wenn die Stichprobe zu klein ist.

Ob die KI-Analyse ihre 19,99 $ im Monat wert ist, hängt davon ab, wie oft du antrittst und wie viel du schreibst. Die Gratis-Stufe verlangt nichts – diese Frage kann also warten, bis eine Saison an Notizen zusammengekommen ist.

Häufige Fragen

Ist OpponentBook kostenlos?

Ja. Die Gratis-Stufe ist das vollständige Tagebuch: unbegrenzte Gegner, Matches und Trainingseinträge, Fotos und Videos, Synchronisierung über mehrere Geräte und PDF-/Word-Export – ohne zeitliche Begrenzung. Die Bezahlstufen ergänzen Statistik, Trainingspläne und KI-Auswertungen, keinen Speicherplatz.

Was kostet OpponentBook?

Premium kostet 9,99 $ im Monat, Pro 19,99 $ und Max 39,99 $; die Jahrespreise liegen bei 99 $, 199 $ und 399 $ – rund 17 % günstiger. Ein Probeabo gibt es nicht, Rückerstattungen auch nicht. Teste also zuerst gründlich die Gratis-Stufe.

Kann OpponentBook meine Notizen lesen?

Im Normalbetrieb nicht. Die Notizen landen im eigenen Google Drive, Dropbox oder iCloud; auf den Firmenservern liegen nur Login, Abostatus und ein inhaltsfreies Gerüst aus IDs und Datumsangaben. Nutzt du die optionalen KI-Funktionen, werden die betreffenden Notizen zur Verarbeitung an einen externen KI-Dienst geschickt.

Welche Sportarten unterstützt OpponentBook?

Sechzehn Einzelsportarten – wobei die Tiefe je nach Sportart schwankt: Fechten, Tennis, Tischtennis, Badminton, Padel, Squash, Judo, BJJ, Ringen, Kendo, Boxen, MMA, Taekwondo, Karate, Kyokushin und Ju-Jitsu. Mannschaftssportarten bleiben bewusst außen vor.

Ist OpponentBook dasselbe wie OwnJournal?

Nein – es sind zwei verschiedene Apps, die dieselbe Idee teilen: Die Daten liegen auf Speicher, der dir gehört. OwnJournal ist ein quelloffenes Tagebuch für den Alltag; OpponentBook ist ein proprietäres Tagebuch, das ganz auf Gegner, Matches und Training zugeschnitten ist.

Läuft OpponentBook auf iPhone und Android?

Im Browser ja. OpponentBook läuft als Web-App auf Desktop und Smartphone, funktioniert offline und synchronisiert über das eigene Cloud-Konto. Native Apps für iOS und Android sind in Entwicklung, standen im August 2026 aber noch nicht in den App Stores; die Bezahltarife gibt es nur über die Website.

Erst die Gewohnheit, dann die App

Ob dir ein Gegner-Tagebuch etwas bringt, findest du ohne OpponentBook heraus – ein ehrlicher Eintrag genügt. Und falls dir das reflektierende Schreiben insgesamt neu ist: Unser Einsteiger-Ratgeber zum Tagebuchschreiben erklärt die Grundlagen.

Öffne heute Abend die Notiz-App, die du ohnehin hast, schreib den Namen der Person darüber, gegen die du zuletzt verloren hast, und beantworte drei Fragen: Was hat funktioniert, was nicht, was probierst du beim nächsten Mal? Wenn du dich nach den nächsten drei Matches wieder dabei ertappst, hast du die Gewohnheit – und OpponentBooks Gratis-Stufe ist ein naheliegender Ort, um sie zu behalten.