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Vergleiche 16 Min. Lesezeit

Day One vs Journey: Ehrlicher Vergleich (2026)

Day One und Journey im direkten Vergleich – Datenschutz, Preise, Funktionen, Plattformen. Plus eine dritte Option für alle, denen Datenhoheit wichtig ist.

Aktualisiert am: 17. Juni 2026

Day One vs Journey: Ehrlicher Vergleich (2026)

Day One hat die Preise umgestellt. Viele Vergleiche im Netz nennen weiterhin die alten 34,99 $/Jahr und übersehen die neue Aufteilung in Silver und Gold – wer sich vorher anderswo eingelesen hat, hat also vermutlich mit veralteten Zahlen gerechnet.

⚠️ Falls du dich woanders schon informiert hast

Day One hat die Preise im August 2025 umgestellt: Silver kostet jetzt 49,99 $/Jahr, Gold 74,99 $/Jahr. Viele Artikel zeigen weiterhin den alten Preis von 34,99 $/Jahr. Für diesen Beitrag sind alle Preise und Funktionen direkt mit den offiziellen Quellen abgeglichen.

Das Urteil auf einen Blick

🏆 Day One

Beste Wahl im Apple-Ökosystem – feinstes Schreiberlebnis, E2EE immer aktiv.

🌐 Journey

Beste Wahl auf Android, Linux oder Chrome OS – und für alle, die geführte Programme und strukturierte Impulse mögen.

🔒 OwnJournal

Für eigenen Speicher und einsehbaren Code – mit optionalem E2EE und der günstigsten Bezahlstufe.

Alle drei treffen bei Datenschutz, Struktur und Plattformen sehr bewusst unterschiedliche Entscheidungen. Welche zu dir passt, hängt davon ab, wie du schreibst – und wo.

Direkt zu: Kurzübersicht · Kompletter Vergleich · Welche passt zu dir

Das Wichtigste in Kürze

Day OneJourneyOwnJournal
Preis (voller Funktionsumfang)49,99–74,99 $/Jahr29,99–49,99 $/Jahr19,99 $/Jahr
E2EE standardmäßig an✅ Ja – alle Stufen❌ Opt-in und unumkehrbar; ohne Suche + KI⚠️ Optional; Simple-Modus bleibt beim Anbieter lesbar
Gratis-Stufe1 Gerät, unbegrenzt Text60 Einträge, keine FormatierungUnbegrenzt, mehrere Geräte
Plattformen5 (iOS, Mac, Android, Win, Web)7 (+ Linux, Chrome OS)4 (Web, Android, iOS, Desktop)
Am besten fürApple-Nutzende, die Feinschliff wollenAndroid/Linux mit AnleitungsbedarfEigener Speicher + einsehbarer Code

Einen breiteren Blick über mehr als nur diese drei Apps gibt unsere vollständige Übersicht der Tagebuch-Apps.


Day One

💙 49,99–74,99 $/Jahr · immer aktive E2EE

Day One gibt es seit 2011 – entstanden in einem kleinen Team in Utah, ein Jahrzehnt lang aus eigener Tasche finanziert, dann im Juni 2021 von Automattic (WordPress.com, Tumblr) übernommen. Mit der Übernahme kamen Ressourcen, die Richtung der App blieb dieselbe; das Gründerteam ist weiterhin an Bord.

Day One Tagebuch-App Screenshot

Preise

Im August 2025 hat Day One seine Preisstruktur umgekrempelt. Viele Vergleichsseiten zeigen weiterhin den alten Preis von 34,99 $/Jahr – der stimmt schlicht nicht mehr.

Basic (kostenlos): Unbegrenzte Texteinträge, beliebig viele Tagebücher, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, tägliche Schreibanregungen, Vorlagen, On This Day, Export, ein Foto pro Eintrag – allerdings nur auf einem einzigen Gerät. Genau diese Ein-Gerät-Grenze ist die schmerzhafteste Einschränkung der Gratis-Stufe.

Silver (49,99 $/Jahr): Alles aus Basic, dazu unbegrenzt Fotos und Videos, Audioaufnahmen mit Transkription, geräteübergreifende Synchronisierung, Einträge per E-Mail, Strava-Anbindung und der Druck physischer Bücher.

Gold (74,99 $/Jahr): Alles aus Silver, plus die KI-Funktionen – Daily Chat, Go-Deeper-Impulse, Zusammenfassungen, Titelvorschläge und KI-generierte Bilder.

Eine monatliche Zahlweise gibt es nicht. Entweder jährlich oder gar nicht.

🏆 Sieger (Preis): Journey – vorausgesetzt, du kaufst die Membership über Google Play (29,99 $/Jahr). Andernfalls ist Day Ones Ein-Gerät-Variante der bessere kostenlose Einstieg.

Datenschutz und Verschlüsselung

Standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seit 2019 – ohne funktionale Einbußen. Day Ones Server speichern nur Chiffretext, die Schlüssel bleiben auf deinem Gerät.

Seit September 2019 ist Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle neuen Day-One-Tagebücher voreingestellt – auf allen Stufen, auch beim kostenlosen Basic-Plan. Nach der Verschlüsselungsdokumentation halten die Server Chiffretext und nicht die Inhaltsschlüssel. Unter dieser Annahme kann Day One den Eintragstext nicht entschlüsseln; Konto-, Metadaten-, Geräte- und Sicherungsrisiken sowie rechtliche Anfragen zu Daten, die das Unternehmen besitzt, bleiben davon unberührt.

Der Schlüssel selbst bleibt lokal auf dem Gerät und wird im iCloud-Schlüsselbund gesichert. Mit aktiviertem Apple Advanced Data Protection kommt nicht einmal Apple an den Schlüssel in der iCloud heran.

Ein Punkt ist allerdings wissenswert: Die lokale Datenbank auf deinem Gerät ist nicht zusätzlich verschlüsselt. Day One verlässt sich hier auf die Festplattenverschlüsselung des Betriebssystems. Und geht der Schlüssel verloren, sind die Daten unwiderruflich weg – wiederherstellen kann Day One sie nicht.

Zum Thema Sicherheitsprüfung gehört auch ein ehrliches Wort: nVisium hat ein Audit durchgeführt und mehrere mittelschwere Probleme gefunden, die Day One anschließend behoben hat. Dieses Audit stammt allerdings von 2017 – fast neun Jahre her.

Day One hat zwar angekündigt, die Verschlüsselung weiterzuentwickeln und danach erneut prüfen zu lassen. Bislang ist aber kein neues Audit veröffentlicht. Das ist ein berechtigter Einwand, den andere Vergleichsseiten selten ansprechen.

Übrigens fehlt auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für die klassische Anmeldung per E-Mail und Passwort. Day One empfiehlt stattdessen die Anmeldung über Apple oder Google.

Wer tiefer einsteigen will, was Verschlüsselung bei Tagebuch-Apps tatsächlich leistet, findet das in unserem Datenschutz-Vergleich.

🏆 Sieger (verschlüsselte Voreinstellung): Day One, klar vor Journey. OwnJournal setzt stattdessen auf eigenen Speicher, optionales E2EE und einsehbaren Code. Welches Modell besser passt, hängt vom Bedrohungsmodell ab.

Plattformen

iOS, macOS, Android, Windows (seit März 2025) und Web. Dazu die Apple Watch für schnelle Einträge. Insgesamt fünf Plattformen.

Die Android-Version läuft, schneidet in Tests und bei Nutzenden aber durchgängig schwächer ab als die iOS-Variante. Die Windows-App ist noch jung und weniger ausgereift – eine Passcode-Sperre fehlt zum Beispiel bislang. Auch der Web-App fehlen einige Funktionen aus der Desktop-Welt.

Auf Apple ist das Erlebnis schlicht hervorragend. Außerhalb davon schwankt die Qualität spürbar.

🏆 Sieger (Plattformen): Journey – sieben native Plattformen, Linux und Chrome OS inklusive. Day One ist Apple-first mit solider, aber hinterherhinkender Android-Variante; Journey ist Android-first mit ebenbürtiger iOS-Variante.

Schreiberlebnis

Das Schreiberlebnis von Day One gilt schlicht als das beste der Kategorie. Die Oberfläche ist aufgeräumt und ruhig, der Einstieg reibungslos – zwischen „ich möchte schreiben“ und dem ersten Satz steht praktisch nichts. Wetter, Standort und Mondphase hängen sich ganz von selbst an den Eintrag, ohne dass du dich darum kümmern müsstest.

Für Silver- und Gold-Abonnentinnen und -Abonnenten kommt eine üppige Medienunterstützung dazu: Fotos, Videos, Audio mit Transkription, Zeichnungen, eingebettete PDFs und Handschrifterkennung. Besonders ist der physische Buchdruck – einzigartig unter Tagebuch-Apps. Du bestellst dein eigenes Tagebuch als Hardcover oder Taschenbuch, was viele Langzeitnutzende als eine ihrer Lieblingsfunktionen nennen.

Die Rückblick-Funktion „On This Day“ zeigt Einträge vergangener Jahre am gleichen Datum. Bei den meisten kommt das gut an.

ℹ️ Wichtig, wenn du über schwierige Phasen schreibst

„On This Day“ bewertet Inhalte nicht – ein Eintrag über eine Panikattacke taucht ohne Umschweife neben einer Urlaubserinnerung auf. In den Einstellungen lässt sich das abschalten, was bei therapeutischem Schreiben empfehlenswert ist. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum Tagebuchschreiben bei Angst und Depression.

🏆 Sieger (Schreiberlebnis): Day One – aufgeräumter, mit mehr automatischen Metadaten, besserer Typografie und als einzige App hier mit physischem Buchdruck. Journey gewinnt bei den geführten Programmen; Day One gewinnt, wenn die App sich aus dem Weg halten soll.

KI-Funktionen (Gold-Stufe)

Ende März 2026 hat Day One „Daily Chat“ für alle Gold-Nutzenden freigeschaltet. Das ist ein KI-gestützter Gesprächsmodus: Die KI stellt Rückfragen, geht auf das Geschriebene ein und macht aus dem Gespräch am Ende einen Tagebucheintrag. Dazu kommen ein Sprachmodus und ein Gedächtnis, das nach und nach Personen, Orte und Muster aus deinem Leben behält.

Weitere Gold-Funktionen: Go-Deeper-Impulse (KI-generierte Reflexionsfragen zu Einträgen), Zusammenfassungen, Titelvorschläge und Bildgenerierung.

Alle KI-Funktionen sind klar opt-in und lassen sich jederzeit abschalten. Day One gibt an, Gespräche nur kurzzeitig zu verarbeiten, danach zu löschen und sie nicht fürs Training zu verwenden.

Allerdings läuft ein Teil der Verarbeitung über Drittanbieter – darunter OpenAI. Wer echte Zero-Knowledge-Privatsphäre anstrebt, geht mit den KI-Funktionen also einen Kompromiss ein.

🏆 Sieger (KI): Kein pauschaler. Day Ones Daily Chat und Journeys Odyssey verarbeiten Text über externe Dienste; Odyssey setzt zudem unverschlüsselten Cloud Sync voraus. Bei OwnJournal läuft die Analyse pro Eintrag lokal, während Trend Analysis nur aggregierte Metadaten ans Backend sendet. Das sind unterschiedliche Funktionen und Datenschutzabwägungen.

Was Day One bietet – und was nicht

✅ Stärken⚠️ Lücken und echte Schwächen
Immer aktive E2EE auf allen StufenKeine Stimmungs- oder Gewohnheits­erfassung
Aufgeräumtestes Schreiberlebnis der KategorieKeine geführten Programme oder vergleichbare Struktur
Physischer Buchdruck (einzigartig unter Tagebuch-Apps)Android-Version hinkt iOS hinterher
Automatische Metadaten (Wetter, Standort, Mondphase)Keine monatliche Zahlweise
On This Day + 15 Jahre WeiterentwicklungSicherheitsaudit von 2017 (bislang nicht aktualisiert)
Reichhaltige Medien: Fotos, Video, Audio mit TranskriptionAnfang 2026 von einigen Nutzenden Tippverzögerungen gemeldet
Gold-Stufe (74,99 $/Jahr) ist für KI ziemlich teuer

Wer sich von der App anleiten lassen will, statt nur eine leere Seite zu bekommen, ist bei Day One falsch. Wie sich diese Lücken speziell bei psychischen Belastungen auswirken, zeigt unser Vergleich der Tagebuch-Apps für Angst und Depression.


Auf halber Strecke – ein kleiner Umweg lohnt sich

Lesenswert, bevor du dich festlegst:

Journey

💛 29,99–49,99 $/Jahr · Preis variiert je nach Store

Journey wird seit ungefähr 2009 entwickelt und ist die Android-first-Tagebuch-App in einer Kategorie, die iOS-Produkte sonst dominieren. Hinter der App steht Two App Studio Pte. Ltd., ein kleines unabhängiges Unternehmen aus Singapur, mehrfach mit Editors’-Choice-Auszeichnungen von Google Play und Apple ausgezeichnet.

Journey Tagebuch-App Screenshot

Preise

Die Preisgestaltung von Journey ist deutlich verwickelter als die von Day One – und sorgt regelmäßig für Stirnrunzeln.

Kostenlos: Stark beschnitten. Synchronisierung über Google Drive oder Journey Cloud (gekappt bei 70 MB und 60 Einträgen), keine Textformatierung, kein Desktop-Zugang, 10 KI-Fragen pro Tag, eingeschränkter Zugang zu Coach-Programmen. Wer regelmäßig schreibt, kommt um ein Abo kaum herum.

Premium (Einmalkauf, pro Plattform): Etwa 17,99 $ pro Plattform, separat für jede. Schaltet die Funktionen genau dieser einen Plattform frei – ohne Zugang zu anderen Plattformen oder zur Odyssey-KI.

Membership (Abo): Die empfohlene Stufe für die meisten. Die Preise unterscheiden sich je nach Store – etwa 29,99 $/Jahr über Google Play und rund 49,99 $/Jahr im iOS App Store. Membership schaltet alle Funktionen auf allen Plattformen frei, einschließlich Odyssey-KI, sämtlicher Coach-Programme, eigener Vorlagen und unbegrenztem Cloud-Speicher.

Lifetime: Etwa 199,99 $, über einige Kanäle erhältlich.

Bemerkenswert ist der Preisunterschied zwischen den Stores: Die gleiche Membership kostet auf iOS 49,99 $/Jahr, auf Android nur 29,99 $/Jahr. Wer ohnehin Android nutzt und über Google Play kaufen kann, bekommt bei Journey damit deutlich mehr fürs Geld als bei Day One Silver.

Datenschutz und Verschlüsselung

Verschlüsselung an heißt: Suche aus, KI aus. Es bleibt die Wahl zwischen Datenschutz und Funktionsumfang – ein Kompromiss, den Day One nicht verlangt.

Wie Journey den Datenschutz regelt, ist komplizierter als bei Day One – und die Details machen den Unterschied.

Standardmäßig synchronisiert Journey entweder über dein Google-Drive-Konto oder über die eigenen Cloud-Server. Keine der beiden Varianten ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Bei Google-Drive-Synchronisierung speichern Journeys Server zwar nichts – deine Daten unterliegen dafür aber Googles Datenschutzrichtlinien. Bei Journey Cloud Sync ohne aktivierte E2EE liegen die Einträge dagegen auf Journeys Servern und sind dort grundsätzlich lesbar.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung steht zur Verfügung, allerdings nur über Journey Cloud Sync und erst nach bewusster Aktivierung beim Einrichten eines Sync-Laufwerks. Die E2EE-Dokumentation von Journey beschreibt den Vorgang. Einmal aktiviert, lässt sich E2EE nicht wieder ausschalten – die Entscheidung ist endgültig.

Die entscheidende Einschränkung: Wer E2EE in Journey aktiviert, schaltet damit auch die Suche komplett aus. Und die Odyssey-KI gleich mit – sie braucht für ihre Analysen Zugriff auf unverschlüsselte Einträge. Es ist also die Wahl zwischen Datenschutz und Funktionsumfang – ein Kompromiss, den Day One nicht verlangt.

Damit Odyssey überhaupt funktioniert, müssen deine Einträge unverschlüsselt vorliegen und durch Journeys Systeme laufen, wobei Anfragen an OpenAIs Server gehen. Journey gibt an, dass Anfragen nach der Verarbeitung gelöscht und nicht fürs Training genutzt werden. Im Kern bleibt aber: Echte Zero-Knowledge-Privatsphäre und KI schließen sich gegenseitig aus.

Für technisch versierte Nutzende gibt es immerhin eine Self-Hosting-Option. Ein Docker-Image lässt einen eigenen Journey-Cloud-Sync-Server betreiben, inklusive E2EE-Unterstützung. Der vollständige Quellcode ist auf GitHub bislang als „coming soon“ markiert.

Mehr dazu, was Verschlüsselung für deine Tagebucheinträge im Alltag bedeutet, steht in Ist dein Tagebuch wirklich privat?.

Plattformen

iOS, Android, macOS, Windows, Linux, Web und Chrome OS (über die Android- und Web-Versionen). Sieben Plattformen – die breiteste Abdeckung unter den großen Tagebuch-Apps.

Journey wurde für Android gebaut, und das merkt man der App an. Die Android-Version bekommt durchgängig gute Bewertungen. Für alle, die zwischen mehreren Betriebssystemen wechseln – Linux-Nutzende vor allem – ist Journey unter den etablierten Tagebuch-Apps schlicht die einzige ernsthafte Option.

🏆 Sieger (Plattformen): Journey – wurde oben schon festgehalten, lohnt sich aber zu wiederholen, weil das der wichtigste Grund ist, Journey gegenüber Day One zu wählen.

Schreiberlebnis

Journeys Editor bietet mehr klassische Textformatierung als Day One – Fettdruck, Kursiv, Aufzählungen, Checklisten, Tabellen, Textfarbe und so weiter. Das geht auf Kosten der Einfachheit. Die App wirkt funktionsdichter, und bis man sich zurechtfindet, dauert es eine Weile.

Die herausragende Funktion sind für viele die geführten Schreibprogramme – über 60 an der Zahl, von Dankbarkeit und Achtsamkeit über Schwangerschaft und Beziehungen bis hin zu Fitness und Selbstfindung. Jedes Programm ist ein mehrtägiger oder mehrwöchiger Schreibpfad mit täglichen Impulsen und Begleitung.

Wer sich beim Schreiben Unterstützung wünscht, statt nur eine leere Seite anzustarren, findet hier echten Mehrwert – Day One bietet nichts Vergleichbares. Strukturierte Impulse für den Einstieg gibt es übrigens auch in unserem Leitfaden für Schreibimpulse.

Dazu kommt eine Stimmungserfassung – ein einfaches Emoji-System, das emotionale Muster über die Zeit sichtbar macht, mit einer 30-Tage-Ansicht. Day One bietet so etwas gar nicht.

Die Atlas-Ansicht (Karte) für Einträge mit Geodaten eignet sich hervorragend fürs Reisetagebuch. Du siehst deine Einträge auf einer Karte verteilt, was das Nacherleben von Reisen oder Lebensphasen an verschiedenen Orten spürbar lebendiger macht.

🏆 Sieger (Anleitung und Stimmungserfassung): Journey – über 60 Coach-Programme plus integrierte Stimmungserfassung. Day One hat von beidem nichts. Wer Struktur braucht, um am Schreiben zu bleiben, sollte aus genau diesem Grund zu Journey greifen.

Odyssey-KI

Odyssey AI ist eine GPT-gestützte Gesprächsfunktion, die deine Tagebuchhistorie analysiert und Fragen zu Mustern, Stimmungen, Beziehungen und Fortschritten beantwortet. Die KI fasst Themen zusammen, erkennt wiederkehrende Anliegen und holt hervor, was du über bestimmte Personen oder Themen geschrieben hast.

Verfügbar ist Odyssey für Membership-Nutzende mit aktiviertem Journey Cloud Sync – unverschlüsselt, versteht sich. Mindestens 10 Einträge braucht sie zum Arbeiten. Kostenlose und Premium-Nutzende bekommen 10 Fragen pro Tag, Membership-Nutzende 50.

Der Datenschutz-Aspekt ist nicht zu unterschätzen: Damit Odyssey arbeiten kann, müssen deine Einträge über OpenAIs Server laufen. Journey arbeitet zwar unter einer eigenen GPT-Richtlinie und versichert, dass keine Daten fürs Training verwendet werden – die Einträge verlassen für die Verarbeitung dennoch Journeys Infrastruktur.

Was Journey bietet – und was nicht

✅ Stärken⚠️ Lücken und echte Schwächen
Breiteste Plattformabdeckung (7 native Clients inkl. Linux)Preismodell ist tatsächlich verwirrend
60+ geführte Coach-ProgrammeE2EE-Opt-in deaktiviert Suche und KI
Integrierte StimmungserfassungKein physischer Buchdruck (nur eBook-Export)
Atlas-Kartenansicht für ReiseeinträgeKeine automatischen Metadaten (Wetter, Mondphase)
Reichere Textformatierung als Day OneKundenservice auf Trustpilot schwach bewertet
Android-first, durchgängig gut bewertetBei umfangreichen Tagebüchern gelegentlich Sync-Probleme
Self-Hosting-Option mit DockerGratis-Version ist im Kern eine Testversion

OwnJournal: Eine dritte Option für datenschutzbewusste Nutzende

💚 19,99 $/Jahr · Open Source · günstigste Bezahlstufe

OwnJournal geht die Datenschutzfrage, die Day One und Journey mit Verschlüsselung zu beantworten versuchen, auf einem strukturell anderen Weg an.

OwnJournal App Screenshot
OwnJournals Server halten keine Einträge. Cloud-Konto, Geräte, Backups und die optionale Verschlüsselung bestimmen trotzdem, wer sonst darauf zugreifen könnte.

Statt deine Daten auf eigenen Servern zu verschlüsseln, hält sich OwnJournal aus der Datenschicht ganz heraus. Einträge landen direkt in deinem eigenen Cloud-Speicher – Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder iCloud – und nicht auf den Servern von OwnJournal.

OwnJournals eigener Speicherdienst hält keine Tagebuchkopie. Im Simple-Modus bleibt die Kopie beim verbundenen Cloud-Anbieter jedoch lesbar; erst die optionale E2EE verschlüsselt sie vor dem Sync.

Der Quellcode steht unter AGPL-3.0. Damit lässt sich die vorgesehene Implementierung einsehen; das ersetzt weder ein unabhängiges Audit noch den Nachweis, dass die ausgelieferte Build-Version dem Repository entspricht.

Ein neueres Update hat Stimmungserfassung und Aktivitätsfunktionen ergänzt: Emoji-Skala, Aktivitäts-Tags, Heatmap und Statistiken sind kostenlos. Plus zeigt deskriptive Activity-Mood Correlations, keine Ursachen. Stimmung und Themen pro Eintrag werden lokal analysiert; für Trend Analysis gehen nur aggregierte Metadaten ans Backend, nicht der Rohtext.

Allerdings ist OwnJournal eine jüngere App als Day One oder Journey. Presseberichte und öffentliche Nutzerbewertungen sind entsprechend rarer als bei den etablierten Anbietern.

Ein Test unter app.ownjournal.app bestätigt die sichtbaren Kernfunktionen, aber nicht Backend, verteilte Build-Version oder Sicherheitsniveau. Die App ist spürbar gereift, hat jedoch weniger Produktgeschichte und kein unabhängiges Audit.

Preis: Gratis-Version und 19,99 $/Jahr für Plus mit lokaler Analyse pro Eintrag, aggregierter Trendanalyse, Activity-Mood Correlations sowie PDF-/Word-Export. Damit ist OwnJournal die günstigste Bezahloption der drei.

Plattformen: Web, Android, iOS (iPhone & iPad) und Desktop.

Am besten geeignet für: Menschen, die ihren Speicher wählen, optionales E2EE aktivieren und den vorgesehenen Code einsehen möchten. Der Kompromiss: eine jüngere, nicht unabhängig auditierte App mit weniger Multimedia-Funktionen.


Vergleich auf einen Blick

Day OneJourneyOwnJournal
Preis (voller Funktionsumfang)49,99–74,99 $/Jahr29,99–49,99 $/Jahr19,99 $/Jahr
Gratis-VersionGut (unbegrenzt Text, E2EE, 1 Gerät)Schwach (60 Einträge, keine Formatierung)Verfügbar
E2EE StandardJa – alle Stufen einschließlich kostenlosNein – nur per Opt-inNein – Opt-in (BYOS-Modell bringt strukturelle Privatsphäre stattdessen)
E2EE-EinschränkungenKeineDeaktiviert Suche und KIKeine
DatenspeicherortAutomattic-Server (USA)Journey-Server (SG) oder Google DriveDein eigener Speicher
Open SourceNeinNur Docker-ImageJa (AGPL-3.0)
Plattformen5 (iOS, Mac, Android, Windows, Web)7 (+ Linux, Chrome OS)4 (Web, Android, iOS, Desktop)
Android-QualitätGut, aber hinter iOSAusgezeichnetVerfügbar
Geführte ProgrammeNein60+ Coach-ProgrammeNein
StimmungserfassungNeinJaJa (Emoji-Stimmung + Aktivitäts-Tags)
KI-FunktionenGold-Stufe (74,99 $/Jahr)Membership (variabel)Premium (19,99 $/Jahr)
KI braucht unverschlüsselte DatenJaJaKein Rohtext: pro Eintrag lokal, Trends nur aggregiert
BuchdruckJa (Hardcover/Taschenbuch)Nein (nur eBook)Nein
SicherheitsauditJa (2017 – veraltet)KeinesKeines
Stimmungsstatistik/-analyseNein30-Tage-AnsichtKostenlose Statistiken + kostenpflichtige Activity-Mood Correlations
Unternehmensalter15 Jahre10+ Jahre~1 Jahr

Was bekommst du in der Gratis-Version wirklich?

Die meisten probieren erst die kostenlose Variante aus, bevor sie zahlen. Die Unterschiede sind hier groß.

Day One (Basic)Journey (kostenlos)OwnJournal (kostenlos)
TexteinträgeUnbegrenztMax. 60 (Cloud)Unbegrenzt
Tagebücher/NotizbücherUnbegrenztEingeschränktUnbegrenzt
GeräteNur 1 GerätMehrere (kein Desktop)Mehrere
TextformatierungJaNeinJa
Fotos1 pro EintragEingeschränktJa (kostenlos)
E2EEJa (alle Stufen)NeinJa (optional)
SucheJaJaJa
Tägliche SchreibanregungenJaEingeschränktAktivitäts-Tags
StimmungserfassungNeinEingeschränktJa (kostenlos)
KI-FunktionenNein10 Fragen/TagNein
ExportJaEingeschränktEingeschränkt
Coach-ProgrammeNeinEingeschränkter ZugangNein
Desktop-AppJa (1 Gerät)NeinNur Web
Cloud-SpeicherInklusive70 MB LimitEigener Speicher

Day Ones Gratis-Version ist fürs reine Schreiben die großzügigste – unbegrenzte Einträge ohne Speicherlimit, dafür gebunden an ein einziges Gerät. Wer ohnehin nur am Smartphone schreibt, hat damit eine echte Option.

Journeys Gratis-Version ist die restriktivste. Das 60-Einträge-Limit und die fehlende Textformatierung machen sie eher zur Testversion als zu einem dauerhaften Plan.

OwnJournal bietet strukturell am meisten – unbegrenzte Einträge auf mehreren Geräten, gespeichert im eigenen Cloud-Speicher, mit Emoji-Stimmungserfassung, Aktivitäts-Tags, einer Stimmungskalender-Heatmap und Stimmungsstatistiken. Alles inklusive.


Wie privat sind Day One und Journey wirklich?

Beide Apps verschlüsseln deine Daten – allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Und das hat direkte Folgen dafür, wovor die Verschlüsselung am Ende tatsächlich schützt.

Bei Day One ist E2EE Standard für neue Tagebücher und bringt keine funktionalen Einschränkungen mit sich. Laut dokumentiertem Modell fehlt dem Unternehmen der Schlüssel zum Entschlüsseln des Inhalts; andere gespeicherte Daten und Endpunkt-Risiken verschwinden dadurch nicht.

Die Einschränkung: Die lokale Datenbank auf dem Gerät verlässt sich auf die Verschlüsselung des Betriebssystems, und das Audit von 2017 wurde bislang nicht aktualisiert.

Bei Journey lässt sich E2EE zwar einschalten, gilt aber nur für Journey Cloud Sync (nicht für Google Drive) – und schaltet dabei die markantesten Funktionen der App aus. Suche und Odyssey-KI fallen sofort weg. Bei der standardmäßigen Google-Drive-Synchronisierung unterliegen deine Daten Googles Richtlinien. Wer Journey einfach mit den Standardeinstellungen nutzt, hat damit keine echte Verschlüsselung. Umgekehrt bei Day One: E2EE ist von Anfang an aktiv, ohne dass Suche oder KI darunter leiden.

OwnJournal geht das Ganze architektonisch anders an. Statt zu fragen „Wie verschlüsseln wir deine Daten auf unseren Servern?“ lautet die Frage „Wie vermeiden wir es, deine Daten überhaupt zu haben?“

OwnJournal reduziert das Risiko eines zentralen Tagebuchspeichers beim App-Anbieter. Ob das insgesamt besser ist, hängt aber von Cloud-Anbieter, E2EE-Einstellung, Konto, Geräten und Backups ab. Der Quellcode ist einsehbar, doch die App ist nicht unabhängig auditiert und ein Repository beweist keine verteilte Build-Version.

Das Datenschutz-Urteil in einem Absatz

Day One bietet die stärkere verschlüsselte Voreinstellung; Journey verlangt eine unumkehrbare E2EE-Entscheidung mit Funktionsverlust. OwnJournal ist interessant für eigenen Speicher und einsehbaren Code, braucht aber optionales E2EE, wenn der Cloud-Anbieter zum Bedrohungsmodell gehört. Keine Architektur ist pauschal überlegen.


Welche App passt zu dir?

Day One ist die richtige Wahl, wenn du:

  • Hauptsächlich Apple-Geräte nutzt (iPhone, Mac)
  • Ein reichhaltiges, langfristiges Multimedia-Tagebuch aufbauen willst – Fotos, Videos, Audio, automatische Wetter- und Standortdaten
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung willst, die nichts deaktiviert
  • Irgendwann ein gedrucktes Buch aus deinem Tagebuch bestellen möchtest
  • Bereit bist, 49,99–74,99 $/Jahr für das beste Apple-Tagebuch-Erlebnis zu zahlen

Journey ist die richtige Wahl, wenn du:

  • Android, Linux, Windows oder Chrome OS als Hauptgeräte nutzt
  • Strukturierte Begleitung willst – Schreibanregungen, Coach-Programme, Stimmungserfassung
  • Android nutzt und die Membership für 29,99 $/Jahr über Google Play kaufen kannst
  • Eine Kartenansicht deiner Tagebucheinträge fürs Reisen möchtest
  • Mit den Datenschutz-Kompromissen von Google-Drive-Sync leben kannst – oder bereit bist, für E2EE auf Suche und KI zu verzichten

OwnJournal ist eine Überlegung wert, wenn du:

  • deinen Speicher selbst wählen und die vorgesehene Implementierung einsehen willst, ohne das mit einem Audit gleichzusetzen
  • Stimmungserfassung und Aktivitätsanalysen willst, ohne beim Datenschutz Abstriche zu machen
  • Auf Android schreibst oder hauptsächlich im Browser
  • Dir der Preis von 19,99 $/Jahr und der EU/DSGVO-Firmensitz wichtig sind

Schau dich woanders um, wenn du:

  • Komplett kostenlos willst: Apple Journal (gratis auf iPhone/iPad/Mac; iCloud-E2EE mit 2FA und Gerätecode)
  • Hauptsächlich Windows nutzt: Diarium (ca. 9,99 $ einmalig pro Plattform)
  • Stimmungserfassung ohne längeres Schreiben willst: Daylio (OwnJournal bietet inzwischen ebenfalls Emoji-Stimmungserfassung und Aktivitäts-Tags)
  • KI-gesteuertes Tagebuchschreiben suchst: Rosebud oder Reflection

Häufig gestellte Fragen

Ist Day One kostenlos?

Es gibt eine Gratis-Stufe, allerdings nur für ein einziges Gerät. Wer auf mehr als einem Gerät schreibt, kommt um Silver für 49,99 $/Jahr nicht herum.

Ist Journey kostenlos?

Die Gratis-Version ist stark beschnitten – keine Textformatierung, nur 60 Einträge in der Cloud-Synchronisierung, kein Desktop-Zugang. Für regelmäßiges Schreiben führt am Membership-Abo kaum ein Weg vorbei.

Welche App ist besser für Android?

Für Android würden wir meist Journey wählen: Die App wurde Android-first entwickelt und bietet mehr Plattform- und Programmfunktionen. Das ist eine redaktionelle Empfehlung, kein universeller Leistungsnachweis.

Ist Day One verschlüsselt?

Ja – Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gehört zu allen Stufen, auch zum kostenlosen Basic-Plan, und ist seit 2019 für neue Tagebücher standardmäßig aktiv.

Ist Journey verschlüsselt?

Standardmäßig nicht. E2EE lässt sich in Journey Cloud Sync aktivieren, ist für dieses Laufwerk aber unumkehrbar und schaltet Suche sowie Odyssey-KI aus.

Welche App eignet sich besser fürs Tagebuchschreiben bei psychischen Belastungen?

Journeys geführte Programme geben Struktur, belegen aber keine therapeutische Wirkung. Day Ones Standard-E2EE und OwnJournals optionales E2EE setzen andere Datenschutzschwerpunkte. Entscheidend sind Schreibstil und Bedrohungsmodell; keine App ersetzt Behandlung. Mehr dazu im Artikel über Tagebuch-Apps bei Angst und Depression.


Fang einfach an

Wenn du bis hierher gelesen hast, weißt du wahrscheinlich schon, welche App es wird. Heute Abend lässt sich das konkret angehen:

  • Du bist auf Apple und willst das beste Schreiberlebnis: Installiere Day One Basic (kostenlos). Schreib diese Woche drei Einträge, bevor du entscheidest, ob Silver (49,99 $/Jahr) sich lohnt.
  • Du bist auf Android, Linux oder brauchst Coach-Programme: Installiere Journey. Wenn die App bleibt, hol dir die Membership über Google Play für 29,99 $/Jahr – das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in diesem Vergleich.
  • Datenschutz ist nicht verhandelbar: Probier OwnJournal unter app.ownjournal.app. Die Gratis-Version ist wirklich nutzbar; die Plus-Stufe für 19,99 $/Jahr bleibt die günstigste Bezahloption hier.

Gib der gewählten App ruhig sieben Tage echtes Schreiben, bevor du dich aufs Abo festlegst. Die beste Tagebuch-App ist letztlich die, die du tatsächlich öffnest – und das zeigt kein Vergleich, sondern nur das Schreiben selbst.


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