Die 5 besten Tagebuch-Apps 2026
Die 5 besten Tagebuch-Apps 2026 im Vergleich – Day One, Journey, OwnJournal, Apple Journal und Grid Diary ehrlich bewertet nach Datenschutz, Preis und Funktionen.
Die Gewinner im Überblick
- 🏆 Insgesamt am besten: Day One – das ausgereifteste Schreiberlebnis
- 🌐 Plattformübergreifend am besten: Journey – die einzige App mit nativem Linux-Client
- 🔒 Bester Datenschutz: OwnJournal – quelloffen, deine Daten bleiben in deiner Cloud
- 🍎 Beste kostenlose Wahl: Apple Journal – dauerhaft kostenlos auf Apple-Geräten
- 📋 Am besten für geführte Schreibanlässe: Grid Diary – Reflexion im Raster
Was die richtige Wahl ist, hängt davon ab, wie viel dir Datenschutz, Plattformabdeckung und Preis bedeuten – und genau darum geht es hier.
Direkt zu: Kostenlose Version · Open Source · Bezahlpläne
Es ist kurz vor elf. Der Tag war voll, die Gedanken kreisen, und der Cursor blinkt im leeren Feld einer Tagebuch-App. Du tippst den ersten Satz – und löschst ihn wieder. Nicht, weil dir nichts einfällt, sondern weil im Hinterkopf eine kleine Frage mitschreibt: Wer kann das hier eigentlich später lesen?
Genau diese Frage stellen die meisten Vergleiche nie. Sie listen Funktionen auf, vergleichen Preise und ignorieren das, worauf es bei einem digitalen Tagebuch ankommt: ob die Verschlüsselung wirklich hält, was die kostenlose Version tatsächlich hergibt – und ob die Firma, der du deine Einträge anvertraust, in drei Jahren überhaupt noch existiert.
Dieser Leitfaden nimmt fünf Apps unter die Lupe. Bei jeder haben wir geprüft, wie der Datenschutz aufgebaut ist, die kostenlose Version ehrlich ausprobiert und den Open-Source-Status nachgesehen – denn bei einer App für deine persönlichsten Gedanken reicht „Vertrau uns einfach” eben nicht. Wenn dich das Thema gerade besonders umtreibt – etwa weil dich Ängste oder depressive Phasen begleiten – haben wir dazu einen eigenen Leitfaden.
Preise im März 2026 überprüft. Alle Apps haben kürzlich Preise oder Funktionen geändert – schau vor dem Kauf auf den offiziellen Seiten nach.
Die fünf Apps
Day One – Bestes Schreiberlebnis insgesamt
- Preis: Kostenlose Version vorhanden / 49,99 $ pro Jahr (nur Jahresabo, keine Monatsoption)
- Plattformen: iOS, Android, macOS, Windows, Web
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Ja, in allen Tarifen standardmäßig aktiv. Day Ones aktuelle Preisseite führt E2EE als Funktion der kostenlosen Basic-Stufe – ohne Paywall.
- Open Source: Nein, proprietär.
- Eigentümer: Automattic (Übernahme im Juni 2021 – das Unternehmen hinter WordPress.com und Tumblr)
- Datenspeicherung: Firmenserver bei AWS
Beim reinen Schreiberlebnis spielt Day One seit 2011 in einer eigenen Liga. Aufgeräumte Oberfläche, mehrere Tagebücher parallel, Rich-Text-Formatierung sowie Unterstützung für Fotos, Video, Audio und handgeschriebene Skizzen.
„On This Day” holt Einträge vom selben Datum aus früheren Jahren hervor – die Funktion wird umso wertvoller, je länger du dabei bleibst, und ist die, die abwanderwillige Nutzende am meisten vermissen.
Day One ist außerdem die einzige Tagebuch-App, mit der sich aus den Einträgen ein gedrucktes Fotobuch bestellen lässt. Im März 2025 kam endlich eine Windows-App dazu und schloss eine seit Jahren offene Lücke. Unterstützt werden inzwischen iOS, Android, macOS, Windows und Web. Allerdings ist die Android-Version spürbar schwächer als die für iOS – wer Android als Hauptgerät nutzt, sollte das im Hinterkopf behalten.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist standardmäßig an und in jedem Tarif vorhanden. Tatsächlich listet die Preisseite E2EE inzwischen explizit als Basic-Funktion. Technisch arbeitet die Architektur mit AES-GCM-256 und RSA-Schlüssel-Wrapping; geprüft hat sie 2017 die Firma nVisium. Wer es genauer wissen will, findet die ganze Architektur in unserem Leitfaden zur Privatsphäre von Tagebuch-Apps.
| ✅ Kostenlos enthalten | ⚠️ Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Unbegrenzte Tagebücher | 49,99 $/Jahr – die teuerste hier |
| Nutzung auf einem Gerät | Keine Monatsoption, nur Jahresabo |
| Ein Foto pro Eintrag | Proprietär – Datenschutz beruht auf Vertrauen |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | nVisium-Audit von 2017 nicht aktualisiert |
| – | Android-Version schwächer als iOS |
Am besten geeignet für: alle, die das umfangreichste, am sorgfältigsten gestaltete Schreiberlebnis wollen und überwiegend Apple-Geräte nutzen. Für die meisten die runde Allround-Wahl.
Nichts für dich, wenn: du auf mehreren Geräten schreiben willst, ohne zu zahlen. Wenn Android dein Hauptgerät ist. Oder wenn dir Open Source und unabhängig überprüfbarer Datenschutz wichtig sind.
↓ Day One in den Vergleichstabellen ansehen
Journey – Am besten plattformübergreifend und für geführtes Schreiben
- Preis: Kostenlose Version vorhanden / ca. 17,99 $ einmalig pro Plattform (Premium), 49,99 $/Jahr (Membership) oder 199,99 $ einmalig (Lifetime)
- Plattformen: iOS, Android, macOS, Windows, Linux, Web – alle sechs großen Plattformen
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Als Opt-in über Journey Cloud Sync. Schaltet bei Aktivierung Journeys KI-Suchfunktionen ab.
- Open Source: Teilweise. Der selbst gehostete Sync-Server steht unter CC-BY-NC-SA, die Client-Apps sind proprietär.
- Eigentümer: Two App Studio Pte. Ltd. (unabhängig, Singapur)
- Datenspeicherung: Standardmäßig dein Google Drive oder Journey Cloud Sync; alternativ Journeys eigene Server oder selbst gehostet
Journey ist die einzige App hier mit einem nativen Client auf jeder großen Plattform – Linux eingeschlossen. Wer zwischen iPhone, Windows-Laptop im Büro und Ubuntu-Rechner zu Hause hin- und herwechselt, findet im Vergleich keine andere App, die alle drei abdeckt.
Über 60 begleitete Schreibprogramme, geführte Schreibanlässe und ein KI-Assistent, der Fragen zu deinen früheren Einträgen beantwortet. Wer vor der leeren Seite zurückschreckt, bekommt hier mehr Struktur als bei jeder anderen App im Vergleich.
Allerdings ist die Preisstruktur die komplizierteste in dieser Runde. Die Membership (49,99 $/Jahr) deckt alle Plattformen ab. Die günstigere Premium-Lizenz für rund 17,99 $ gilt dagegen pro Plattform – wer auf iPhone und Mac schreibt, kauft also zweimal oder steigt in die Membership um. Daneben gibt es noch eine Lifetime-Option für 199,99 $.
Erwähnenswert ist das Standard-Speichermodell: Einträge werden über Google Drive oder Journey Cloud Sync synchronisiert. Im Klartext heißt das, dass Journeys Server deine Daten nicht halten – sie liegen in deinem eigenen Cloud-Konto. Das ist ein echter Gewinn für die Privatsphäre, auch ohne konfigurierte E2EE; das vollständige Datenschutzbild ist allerdings vielschichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.
| ✅ Kostenlos enthalten | ⚠️ Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Einfache Texteinträge | Kein Zugriff auf die Desktop-App in der kostenlosen Version |
| Begrenzte Fotos | Keine Textformatierung, kein Audio, kein Video |
| 10 KI-Abfragen pro Tag | Lizenzpreise pro Plattform unübersichtlich |
| – | E2EE (Opt-in) deaktiviert die KI-Funktionen |
| – | Passwort verloren = Einträge nicht wiederherstellbar |
Am besten geeignet für: Android- und Windows-Nutzende, alle, die geführte Schreibanlässe und strukturierte Programme schätzen, und alle, die auf mehreren Plattformen schreiben und das Google-Drive-Speichermodell mögen.
Nichts für dich, wenn: Datenschutz ganz oben steht (Google-Drive-Sync ist standardmäßig nicht E2EE-geschützt). Wenn dich verschachtelte Preisstrukturen abschrecken. Oder wenn du es schlicht und ablenkungsfrei willst.
↓ Journey in den Vergleichstabellen ansehen
OwnJournal – Am besten für Datenhoheit und nachweisbaren Datenschutz
- Preis: Kostenlose Version vorhanden / 19,99 $ pro Jahr Premium
- Plattformen: Web, Android; eine iOS-App ist in Entwicklung („kommt bald”)
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Ja (optional). Verfügbar zusammen mit dem Bring-your-own-Storage-Modell.
- Open Source: Ja – AGPL-3.0 (vollständiger Stack: Frontend, Backend, Infrastruktur)
- Datenspeicherung: dein eigener Cloud-Speicher – Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder iCloud. OwnJournal speichert deine Einträge selbst nicht.
OwnJournal ist die einzige App im Vergleich, bei der das Unternehmen deine Einträge nie in den Händen hält. Statt Tagebücher auf Firmenservern abzulegen und zu versprechen, sie sicher zu verwahren, schreibt OwnJournal direkt in dein eigenes Cloud-Konto – Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder iCloud.
OwnJournal kann nicht zur Herausgabe deiner Einträge gezwungen werden, weil es sie schlicht nicht hat. Ein Datenleck in der eigenen Infrastruktur würde dein Tagebuch nicht offenlegen.
Dieses Modell heißt Bring-your-own-Storage, kurz BYOS, und die Folgen sind beträchtlich. Der zweite entscheidende Punkt ist Open Source: Der vollständige Quellcode – Frontend, Backend, Infrastruktur – steht unter der AGPL-3.0-Lizenz.
Genau genommen heißt das: Die Datenschutz- und Verschlüsselungsaussagen lassen sich von allen mit dem nötigen technischen Wissen unabhängig prüfen. Du musst OwnJournals Marketingtexten nicht glauben – du kannst in den Code schauen. Wer wissen will, warum das den Unterschied macht, findet im Datenschutz-Deep-Dive eine ausführliche Auseinandersetzung damit, was „nachgewiesene Privatsphäre” in der Praxis wirklich heißt.
Übrigens hat die AGPL-3.0-Lizenz noch eine Konsequenz: Wer den Code forkt und als eigenen Dienst betreibt, muss seine Änderungen ebenfalls unter derselben Lizenz veröffentlichen. So lässt sich die Quelloffenheit auch durch einen kommerziellen Fork nicht einfach abstreifen.
Weil die Web-App im Browser läuft, funktioniert OwnJournal auf jeder Plattform – Linux eingeschlossen. Hinzu kommen Stimmungstracking und Aktivitätsfunktionen, die direkt mit spezialisierten Apps wie Daylio in Konkurrenz treten. Jeder Eintrag bekommt einen Emoji-Stimmungswähler (fünf Stufen von „Großartig” bis „Schrecklich”); dazu lassen sich Aktivitäten taggen – Sport, Soziales, Arbeit, Meditation und mehr. Eine Heatmap zeigt deinen Stimmungsverlauf nach Tagen, das Statistik-Dashboard liefert Verteilungen, gleitende Durchschnitte, Wochentagsanalysen und Serien. All das gibt es kostenlos.
Das Plus-Abo (19,99 $/Jahr) ergänzt Trend Analysis – eine hybride KI, die Wochen oder Monate deiner Einträge zu einem erzählerischen Rückblick verdichtet, mit übergeordnetem Stimmungsverlauf, drei bis fünf konkreten Erkenntnissen und vorgeschlagenen Schwerpunkten. Wichtig dabei: Ans Backend gehen nur aggregierte Metadaten; der Rohtext deiner Einträge verlässt das Gerät nie. Plus schaltet außerdem eine KI-Analyse pro Eintrag (Emotionen, Themen, Stimmungslage) und Activity-Mood Correlations frei, die statistisch zeigen, welche getaggten Aktivitäten mit besserer oder schlechterer Stimmung einhergehen. Wer das im Vergleich zu dedizierten KI-First-Apps wie Rosebud oder Mindsera einordnen will, findet das in unserem Ranking der besten KI-Tagebuch-Apps.
| ✅ Kostenlos enthalten | ⚠️ Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Unbegrenzte Einträge | Jünger als Day One oder Journey |
| Verschlüsselte Speicherung im eigenen Cloud-Konto | iOS-App noch in Entwicklung |
| Geräteübergreifender Zugriff | Keine Standortmarkierung, kein Fotobuchdruck |
| Emoji-Stimmungstracking + Aktivitäts-Tags | Fünf Minuten Einrichtung für den Cloud-Speicher |
| Heatmap und Stimmungsstatistik | – |
Am besten geeignet für: datenschutzbewusste Nutzende, die nachgewiesene statt versprochene Privatsphäre wollen, alle, die Stimmungstracking nutzen möchten, ohne die Datenhoheit aufzugeben, und alle, denen Datenportabilität über alles geht. Mit 19,99 $/Jahr ist OwnJournal außerdem die günstigste Premium-Option im Vergleich – das Plus-Abo bringt Trend Analysis, eine KI-Analyse pro Eintrag und Activity-Mood Correlations dazu.
Nichts für dich, wenn: du jetzt sofort eine iOS-App brauchst. Oder wenn dir nur eine seit Jahren etablierte App mit großer Nutzergemeinde reicht.
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Apple Journal – Am besten für iPhone-Nutzende, die kostenlos und einfach wollen
- Preis: 100 % kostenlos. Keine Käufe, keine Abos, kein Upselling.
- Plattformen: iPhone, iPad, Mac (2025–2026 auf iPad und Mac erweitert). Kein Android, kein Windows, kein Web.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Ja, immer, für alle standardmäßig. Keine Konfiguration nötig.
- Open Source: Nein, proprietäre Apple-Software.
- Eigentümer: Apple Inc.
- Datenspeicherung: iCloud, mit immer aktiver E2EE für Tagebuchdaten (in Apples Sicherheitsdokumentation in derselben Kategorie wie Gesundheitsdaten und Schlüsselbund)
Apple Journal ist die einzige App hier, bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dir nichts abverlangt. Kein Opt-in, keine Premium-Funktion, nicht abhängig vom „Erweiterten Datenschutz” – sie ist standardmäßig aktiv, für alle, dauerhaft, und zwar kostenlos.
Apples iCloud-Sicherheitsdokumentation führt Tagebuchdaten in derselben Verschlüsselungsstufe wie Gesundheitsdaten und Passwörter – die Schlüssel liegen ausschließlich auf vertrauenswürdigen Geräten.
Die App selbst hat sich seit dem Start mit iOS 17.2 im Dezember 2023 spürbar weiterentwickelt. Gerade die Erweiterung auf iPad und Mac 2025–2026 war ein wichtiger Schritt. Inzwischen gibt es mehrere Tagebücher, intelligente Vorschläge auf Basis deiner Fotos, Trainings, Musik und Orte des Tages, Stimmungstracking über „Gemütszustand” mit Anbindung an Apple Health, Audioaufnahmen samt Transkription, Zeichnungen, eine Kartenansicht und Achtsamkeitsminuten.
Wer sich gerade fragt, wie das gegen ein Tagebuch aus Papier abschneidet, findet die Antwort in unserem Vergleich Papier gegen Apps.
| ✅ Kostenlos enthalten | ⚠️ Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Alle Funktionen, dauerhaft, kostenlos | Nur Apple-Ökosystem – kein Android/Windows/Web |
| Immer aktive E2EE | Eingeschränkte Exportmöglichkeiten |
| Alle Geräte im Apple-Ökosystem | Intelligente Funktionen brauchen Zugriff auf Aktivitätsdaten |
| „Gemütszustand”-Stimmungstracking | Keine Tags, keine erweiterte Organisation |
| Vorschläge aus Fotos, Musik, Trainings | Keine „On This Day”-Rückblicke |
Am besten geeignet für: iPhone-Nutzende, die eine wirklich private, wirklich kostenlose Tagebuch-App ohne Einrichtungsaufwand wollen. Ideal für alle, die fest im Apple-Ökosystem unterwegs sind.
Nichts für dich, wenn: du Android oder Windows nutzt. Wenn du Tags, erweiterte Organisation oder „On This Day”-Erinnerungen brauchst. Oder wenn du irgendwann einmal vom Apple-Universum weg möchtest.
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Grid Diary – Am besten für strukturierte Reflexion und geführte Schreibanlässe
- Preis: Kostenlose Version vorhanden / 4,99 $ pro Monat oder 29,99 $ pro Jahr
- Plattformen: iOS, macOS, Android, Web. Kein Windows, kein Linux.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Ja, für Text und Fotos. Tags und eigene Schreibanlässe sind nicht verschlüsselt.
- Open Source: Nein, proprietär.
- Eigentümer: Sumi Interactive (unabhängig, eigenfinanziert, Xiamen, China; gegründet 2013)
- Datenspeicherung: auf dem Gerät im Standalone-Modus. Verschlüsselte Server mit Grid Diary Sync (Premium).
Grid Diary ersetzt die leere Seite durch ein Raster aus Feldern, in jedem davon ein Schreibanlass. Statt auf einen leeren Bildschirm zu starren und zu überlegen, was jetzt eigentlich kommen soll, beantwortest du Fragen wie „Wofür bin ich heute dankbar?”, „Was habe ich erreicht?” oder „Was könnte ich verbessern?”.
Wo Day One, Journey und OwnJournal eine Schreibfläche bieten, gibt Grid Diary einen Rahmen vor. Für alle, die gerne regelmäßig schreiben würden, aber vor dem freien Text zurückschrecken, kann genau diese Struktur den Unterschied ausmachen – zwischen täglichem Schreiben und dem Aufgeben nach einer Woche.
Das Rasterlayout lässt sich anpassen, eigene Fragen sind möglich, und das Schreiben verbindet sich nahtlos mit der Tagesplanung. Wer nicht weiß, worüber schreiben, findet in unserem Leitfaden zu Schreibanlässen forschungsgestützte Fragen, die in strukturierten Apps wie dieser besonders gut funktionieren. Anfängerinnen und Anfängern bietet die 5-Minuten-Methode fürs Tagebuch einen natürlichen Einstieg, der sich wunderbar mit Grid Diarys Raster kombinieren lässt.
Grid Diary verschlüsselt Text und Fotos Ende-zu-Ende; Tags und eigene Schreibanlässe sind allerdings davon ausgenommen. Im Standalone-Modus, also ohne Synchronisierung, verlässt überhaupt nichts dein Gerät. Das dreiköpfige Team von Sumi Interactive arbeitet seit 2013 eigenfinanziert und ohne Werbekunden – die App finanziert sich ausschließlich über Abos.
| ✅ Kostenlos enthalten | ⚠️ Worauf du achten solltest |
|---|---|
| Grundlegendes Raster-Tagebuch | Keine Synchronisierung in der kostenlosen Version |
| Einige eingebaute Schreibanlässe | Keine Code-Sperre in der kostenlosen Version |
| Einfache Anpassung | Kein PDF-Export in der kostenlosen Version |
| – | Tags und eigene Schreibanlässe nicht von E2EE abgedeckt |
| – | Keine Windows- oder Linux-App |
Am besten geeignet für: alle, die strukturierte Schreibanlässe einer leeren Seite vorziehen, die Tagebuchschreiben mit Tagesplanung verbinden möchten, und alle, die andere Tagebuch-Apps schon ausprobiert haben, aber an der Regelmäßigkeit gescheitert sind.
Nichts für dich, wenn: du lange, frei erzählende Texte bevorzugst. Wenn du Windows- oder Linux-Unterstützung brauchst. Oder wenn die Synchronisierung schon in der kostenlosen Version dabei sein soll.
↓ Grid Diary in den Vergleichstabellen ansehen
Bevor du weiterliest
Noch nicht sicher, ob ein digitales Tagebuch überhaupt das Richtige ist? Diese beiden Beiträge sind fünf Minuten deiner Zeit wert:
Wie wir bewertet haben
Die Forschung zum expressiven Schreiben – ausführlich besprochen in unserem Artikel über psychische Gesundheit – ist in einem Punkt eindeutig: Ehrliches, ungefiltertes Schreiben bringt die stärksten Vorteile. Der Psychologe James Pennebaker zeigte das in seiner grundlegenden Arbeit zum expressiven Schreiben an der University of Texas: Offenheit ohne Hemmung ist der Schlüssel zum therapeutischen Effekt. Wenn du anders schreibst, weil im Hinterkopf jemand mitliest, greift dieser Mechanismus nicht mehr.
Genau das prägt unsere Bewertungskriterien. Jede App haben wir in fünf Dimensionen angeschaut:
Wie der Datenschutz aufgebaut ist – Wer hält die Verschlüsselungsschlüssel? Können das Unternehmen oder seine Mitarbeitenden auf deine Einträge zugreifen? Lässt sich das überprüfen?
Großzügigkeit der kostenlosen Version – Was bekommst du wirklich, bevor du zahlst? Die meisten Apps schränken ihren kostenlosen Zugang so ein, dass er praktisch unbrauchbar wird.
Open-Source-Status – Lässt sich der Code unabhängig prüfen? Bei einer App für deine persönlichsten Gedanken ist das der Unterschied zwischen versprochener und nachgewiesener Privatsphäre.
Plattformverfügbarkeit – Welche Geräte und Betriebssysteme werden unterstützt?
Schreiberlebnis und Funktionen – Tritt die App in den Hintergrund und lässt dich einfach schreiben?
Kostenlose Versionen im Vergleich
Hier sind die Unterschiede deutlicher, als die meisten erwarten.
| App | Einträge | Geräte | Sync | E2EE | Editor | Anhänge |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Day One | Unbegrenzt Text | 1 Gerät | Kein Sync | Enthalten | Voll | 1 Foto/Eintrag |
| Journey | Unbegrenzt | 1 (mobil) | Eingeschränkt | Nein | Nur Klartext | Begrenzte Fotos |
| OwnJournal | Unbegrenzt | Unbegrenzt | Ja (BYOS) | Ja (optional) | Voll | Stimmung + Aktivitäten |
| Apple Journal | Unbegrenzt | Alle Apple-Geräte | Ja (iCloud) | Ja (immer) | Voll | Unbegrenzt |
| Grid Diary | Unbegrenzt | 1 Gerät | Kein Sync (kostenlos) | Nein (kostenlos) | Raster-Schreibanlässe | Fotos |
OwnJournal und Apple Journal stechen heraus, weil sie kostenlos ein wirklich vollständiges Erlebnis liefern. Grid Diary lässt dich zwar in der kostenlosen Version mit Schreibanlässen schreiben, beschränkt aber die Synchronisierung auf zahlende Nutzende.
Open-Source-Status im Überblick
| App | Open Source | Was veröffentlicht ist |
|---|---|---|
| Day One | Nein | Nichts |
| Journey | Teilweise | Nur selbst gehosteter Server-Code (CC-BY-NC-SA) |
| OwnJournal | Ja (AGPL-3.0) | Kompletter Stack: Frontend, Backend, Infrastruktur |
| Apple Journal | Nein | Nichts |
| Grid Diary | Nein | Nichts |
OwnJournal ist die einzige App im Vergleich, deren vollständiger Quellcode unter einer Copyleft-Lizenz liegt. Das heißt: Datenschutz- und Verschlüsselungsaussagen lassen sich von Sicherheitsforschenden unabhängig prüfen, statt nur als Marketing geglaubt zu werden. Bei den anderen verlässt du dich auf das Wort des Unternehmens, auf Audits und auf Reputation.
Vergleich der Bezahlpläne
| App | Preis/Jahr | E2EE | Plattformen | Open Source | Daten bei |
|---|---|---|---|---|---|
| Day One | 49,99 $ | Standard (alle Tarife) | 5 (kein Linux) | Nein | Automattic |
| Journey | 49,99 $ (Membership) | Opt-in | 6 (alle) | Teilweise | dein Drive / deren Server |
| OwnJournal | 19,99 $ | Ja (optional) | Web + Android (iOS kommt) | Ja (AGPL-3.0) | dir (BYOS) |
| Apple Journal | Kostenlos | Immer | 3 (nur Apple) | Nein | Apple (E2EE) |
| Grid Diary | 29,99 $ | Ja (teilweise) | 4 (kein Win/Linux) | Nein | Sumi Interactive |
Welche App passt zu wem
Wenn du das beste Schreiberlebnis willst und Automattic vertraust: Day One. Beim medienreichen Schreiben, bei der Designqualität und bei Funktionen wie Fotobuchdruck oder „On This Day”-Rückblicken kommt im Vergleich nichts heran. Bedenke halt, dass der Code proprietär ist und du dich auf die Infrastruktur eines großen Unternehmens verlässt.
Wenn du auf Android, Windows oder Linux schreibst: Journey hat die breiteste native App-Abdeckung mit eigenen Clients auf allen sechs großen Plattformen. OwnJournals Web-App läuft ebenfalls überall – schau dir die ruhig mal an, wenn dir Datenschutz wichtiger ist als geführte Schreibanlässe.
Wenn Datenschutz und Datenhoheit oben stehen: OwnJournal. Das BYOS-Modell heißt: Kein Unternehmen hält je deine Einträge – nicht verschlüsselt, in keiner Form. Zusammen mit dem vollständig einsehbaren Quellcode ist das die am besten überprüfbare Datenschutzaussage in dieser Runde. Wer durch Ängste oder depressive Phasen schreibt, bekommt hier die Einrichtung, die wir am häufigsten empfehlen. Mit 19,99 $/Jahr ist es zudem die günstigste Premium-Option.
Wenn du komplett im Apple-Ökosystem bist und kostenlos willst: Apple Journal. Immer aktive E2EE ohne Konfiguration, intelligente Vorschläge, Stimmungstracking und null Kosten. Nur Wechselgedanken Richtung Android solltest du dir lieber aus dem Kopf schlagen.
Wenn du strukturierte Schreibanlässe statt einer leeren Seite bevorzugst: Grid Diary. Das Rasterformat mit anpassbaren Fragen macht die tägliche Reflexion strukturiert und beständig. Kombiniere es ruhig mit unserer Liste forschungsgestützter Schreibanlässe – das ergibt einen runden Einstieg.
Wenn du noch unsicher bist, ob digital überhaupt das Richtige ist: Lies zuerst unseren Vergleich Papier gegen Apps. Für manche schlägt Papier eben jede App – besonders dann, wenn Bildschirme abends eher Grübeln auslösen als beruhigen.
Die Frage nach dem Datenschutz ist nicht optional
Eines vorweg: Die Wahl einer Tagebuch-App ist nicht nur eine Funktionsfrage. Wie im Leitfaden zum Datenschutz bei Tagebuch-Apps gezeigt, deutet die Forschung zum expressiven Schreiben durchgehend darauf hin, dass ehrliches, ungefiltertes Schreiben den größten Nutzen für die Psyche bringt – und ehrliches Schreiben funktioniert nur, wenn du wirklich darauf vertrauen kannst, dass niemand mitliest.
Das Spektrum reicht von „Vertrau uns, unsere Mitarbeitenden können es nicht lesen” (Day One mit E2EE) bis „Hier ist der Code, prüf ihn selbst, deine Daten berühren unsere Server ohnehin nie” (OwnJournal). Die meisten sind mit jeder App gut bedient, die echte E2EE aktiviert hat.
Wer weiter gehen möchte, bekommt mit OwnJournal Überprüfung statt Zusicherung.
Wer bis hierher gelesen hat, weiß über Datenschutz bei Tagebuch-Apps mehr als die allermeisten, die nach demselben Thema suchen. Was bleibt, ist eine kleine, klare Geste: die App auswählen, die zu deiner Situation passt, sie heute installieren und heute Abend den ersten Eintrag schreiben. Gib ihr sieben Tage. Die richtige App ist die, in der du tatsächlich ehrlich schreibst – und das zeigt sich nicht in einer einzigen Sitzung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die beste kostenlose Tagebuch-App?
Apple Journal ist komplett kostenlos, hat alle Funktionen und immer aktive E2EE – läuft aber nur auf Apple-Geräten. OwnJournal bietet eine wirklich brauchbare kostenlose Version mit unbegrenzten Einträgen in deinem eigenen Cloud-Speicher, und die Web-App läuft auf jeder Plattform, Linux eingeschlossen.
Welche Tagebuch-Apps sind Open Source?
OwnJournal (AGPL-3.0, kompletter Stack) ist die einzige vollständig quelloffene App im Vergleich. Journey veröffentlicht nur den Code des selbst gehosteten Servers unter einer Creative-Commons-Lizenz. Day One, Apple Journal und Grid Diary sind komplett proprietär.
Welche Tagebuch-App bietet den besten Datenschutz?
Wer nachweisbaren, strukturellen Datenschutz will, fährt mit OwnJournals BYOS-Modell am stärksten: Einträge liegen im eigenen Cloud-Speicher, das Unternehmen hält nichts, der Code ist quelloffen und unabhängig prüfbar. Bei den etablierten Apps bieten Day One und Apple Journal echte E2EE – allerdings beide proprietär und vertrauensabhängig.
Lohnt sich Day One für 49,99 $ pro Jahr?
Wer das umfangreichste Schreiberlebnis sucht – Multimedia-Einträge, On This Day-Rückblicke, Fotobuchdruck, tiefe Apple-Integration – bekommt es hier. Wem es vor allem ums Schreiben und um Datenschutz geht, ist bei OwnJournal für 19,99 $/Jahr im Grunde genauso gut bedient – und mit weniger Einschränkungen in der kostenlosen Version.
Kann ich meine Tagebucheinträge exportieren?
Die meisten Apps bieten Export. Day One exportiert als JSON, PDF und Klartext, Journey in mehrere Formate. OwnJournal-Einträge liegen in deinem eigenen Cloud-Speicher und sind ohnehin jederzeit direkt zugänglich, unabhängig von der App. Grid Diary exportiert als PDF, bei Apple Journal sind die Möglichkeiten begrenzt. Probier den Export deiner gewählten App ruhig einmal aus, bevor du ihr Jahre an Einträgen anvertraust.
Was passiert mit meinem Tagebuch, wenn das Unternehmen schließt?
Darüber nachzudenken lohnt sich. OwnJournal-Einträge liegen in deinem eigenen Google Drive, Dropbox oder Nextcloud – für immer zugänglich, egal was mit der App passiert. Day One und Journey bieten Export, deine Daten liegen aber bis dahin auf deren Servern. Grid-Diary-Daten bleiben im Standalone-Modus auf dem Gerät. Apple-Journal-Daten liegen in iCloud – Apple verschwindet wohl nicht, dafür sind die Exportmöglichkeiten begrenzt.
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