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Beste Tagebuch-Apps
Vergleiche 14 Min. Lesezeit

Notion oder Day One: Welche App eignet sich 2026 besser fürs Tagebuch?

Notion vs Day One im Vergleich – Datenschutz, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Preise und Schreibgefühl. Plus ein klares Urteil, welche App 2026 ihr Geld wert ist.

Notion oder Day One: Welche App eignet sich 2026 besser fürs Tagebuch?

Day One ist eine Tagebuch-App von Grund auf. Notion ist ein Produktivitäts-Werkzeug, das du dir zum Tagebuch umbauen kannst. Beides ist legitim – nur eben für unterschiedliche Menschen.

Day One liegt vorn beim Datenschutz, beim Schreibfokus und bei tagebuchspezifischen Funktionen wie On This Day und Buchdruck. Notion gewinnt bei Anpassbarkeit, bei der Verzahnung mit dem bestehenden Workspace und bei einer kostenlosen Version, die auf jedem Gerät ohne Obergrenze läuft.

Wer neu mit dem Schreiben anfängt und einfach loslegen will, ist mit Day One besser bedient. Wer ohnehin den ganzen Tag in Notion lebt, kann das Tagebuch ruhig dort einrichten – mit allen Abstrichen, die das mit sich bringt.

Das Urteil auf einen Blick

🏆 Day One

Für alle, die ein ausgereiftes, datenschutzfreundliches Schreiberlebnis wollen – vor allem auf Apple-Geräten.

🗂️ Notion

Für aktive Notion-Nutzende, die ihr Tagebuch im bestehenden Workspace haben möchten.

🔒 OwnJournal

Wenn Datenhoheit nicht verhandelbar ist – Open Source, BYOS-Modell, mit 19,99 $/Jahr der günstigste Bezahltarif.

Die drei Apps setzen jeweils andere Schwerpunkte. Welche zu dir passt, hängt davon ab, wie stark dir Datenschutz, Flexibilität und tagebuchspezifische Funktionen wiegen.

Direkt zu: Kurzübersicht · Kompletter Vergleich · Welche passt zu dir

Das Wichtigste in Kürze

Day OneNotionOwnJournal
Preis (mit KI)74,99 $/Jahr (Gold)Ab ca. 15 $/Monat (Business)19,99 $/Jahr
E2EE standardmäßig an✅ Ja – alle Stufen❌ Keine Verschlüsselung verfügbar🔒 BYOS – Daten liegen nicht auf Servern
Kostenlose Version1 Gerät, unbegrenzter TextUnbegrenzte Seiten, alle GeräteUnbegrenzt, mehrere Geräte
Plattformen5 (iOS, Mac, Android, Win, Web)5 + Browser auf Linux/ChromeOS2 (Web, Android)
Speziell fürs Tagebuch gebautJaNein – allgemeines ProduktivwerkzeugJa

Einen breiteren Blick über diese drei Apps hinaus gibt es in unserer vollständigen Tagebuch-App-Übersicht.


Day One

💙 49,99–74,99 $/Jahr · immer aktive E2EE

Day One gibt es seit 2011 – durchgängig weiterentwickelt von einem kleinen Team aus Utah, im Juni 2021 von Automattic übernommen. Die Übernahme hat Ressourcen gebracht, ohne den Kurs zu ändern; das Gründungsteam ist nach wie vor an Bord.

Day One Tagebuch-App Screenshot

Preise

Die Stufen Silver und Gold sind neu – Day One hat sie im März 2026 eingeführt. Schon die frühere Umstellung im August 2025 hatte den alten Preis von 34,99 $/Jahr abgelöst. Genau diese Zahl geistert übrigens noch durch viele Vergleichsseiten, obwohl sie längst überholt ist.

Basic (kostenlos): Unbegrenzte Texteinträge, beliebig viele Tagebücher, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, tägliche Schreibanregungen, Vorlagen, On This Day, Export und ein Foto pro Eintrag. Auf ein einziges Gerät beschränkt. Wer nur auf einem Gerät schreibt, kommt damit dauerhaft aus.

Silver (49,99 $/Jahr): Alles aus Basic, dazu unbegrenzte Fotos und Videos, Audioaufnahmen mit Transkription, geräteübergreifende Synchronisierung, E-Mail-Einträge, Strava-Integration und Buchdruck. Monatliche Abrechnung gibt es nicht.

Gold (74,99 $/Jahr): Alles aus Silver, dazu KI-Funktionen – Daily Chat, Go Deeper-Impulse, Zusammenfassungen, Titelvorschläge und KI-generierte Bilder. Gestartet im März und April 2026.

Preise von Day One im April 2026 geprüft. Vor dem Kauf ruhig noch einmal auf dayoneapp.com/pricing nachsehen – Drittseiten zeigen häufig veraltete Zahlen.

🏆 Gewinner (Preis): Notion – die kostenlose Version läuft auf allen Geräten ohne Obergrenze. Day One Silver (49,99 $/Jahr) ist für Multimedia-Tagebücher gut investiertes Geld; für den kostenlosen Einstieg hat Notion aber die Nase vorn.

Datenschutz und Verschlüsselung

Day One kann deine Einträge nicht lesen – auf den Servern liegt nur Chiffretext, und die Entschlüsselungsschlüssel hat Day One nie in der Hand.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist bei Day One seit 2019 für alle neuen Tagebücher standardmäßig aktiviert, auf jeder Stufe einschließlich des kostenlosen Basic-Plans. Im Hintergrund läuft AES-256-GCM, und die Verschlüsselungsdokumentation bestätigt: Die Server speichern nur Chiffretext, die Schlüssel hat Day One nie selbst.

Allerdings liegen genau diese Schlüssel in iCloud, damit die Synchronisierung zwischen Geräten überhaupt funktioniert. Das ist der Kompromiss, den man bei dieser Architektur eingehen muss.

Gerade bei einer Tagebuch-App – in die man Dinge schreibt, die Fremde nichts angehen – macht der Unterschied viel aus. Was Verschlüsselung konkret bedeutet, haben wir in Ist dein Tagebuch wirklich privat? ausführlicher beschrieben.

Eine Sicherheitsprüfung durch nVisium hat mehrere mittelschwere und geringfügige Schwachstellen aufgedeckt und ausgeräumt. Seitdem ist allerdings kein aktualisiertes Audit veröffentlicht worden. Das ist eine berechtigte Lücke, die die meisten Vergleichsseiten nicht ansprechen.

🏆 Gewinner (Datenschutz): Day One – und zwar mit deutlichem Abstand. Notion hat auf keiner Stufe Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Für privates, sensibles Schreiben spielen die beiden Apps schlicht nicht in derselben Liga.

Plattformen

Einen nativen Linux-Client gibt es nicht. Sonst deckt Day One fünf Plattformen ab: iOS, macOS, Android, Windows (seit März 2025) und Web, dazu Apple Watch für schnelle Einträge. Die Android- und Windows-Versionen funktionieren, sind aber weniger ausgereift als auf iOS – der Windows-App fehlt zum Beispiel noch eine Passcode-Sperre. Apple-Nutzende bekommen also das rundeste Erlebnis.

🏆 Gewinner (Plattformen): Unentschieden – Day One hat fünf ausgefeilte native Apps; Notion läuft in jedem Browser und deckt damit dieselben Plattformen plus Linux ab. Wer Linux zwingend braucht, greift zu Notion.

Schreibgefühl

Day One hat nach unserer Einschätzung das beste Schreibgefühl in der Kategorie. Die Oberfläche ist minimal: App öffnen, auf Neuer Eintrag tippen, schreiben. Im Hintergrund hängen sich automatisch Metadaten an den Eintrag – Wetter, Standort, Mondphase, Schrittzahl und, wo die Musikrechte mitspielen, auch der Titel, der gerade läuft.

Tatsächlich ist es genau diese Beiläufigkeit, die den Unterschied macht. Man tippt drei Sätze, und der Rest passiert von selbst.

„On This Day” zeigt Einträge vergangener Jahre zum gleichen Datum an. Die Funktion wird mit jedem Jahr Nutzung wertvoller und ist unserer Erfahrung nach der einzelne Punkt, der die langfristige Bindung an Day One am stärksten aufbaut.

Den Buchdruck gibt es in dieser Kategorie sonst nirgends. Von jedem Tagebuch lässt sich ein Hardcover oder Taschenbuch im Format 5,5 × 8,5 Zoll bestellen, ab 19,99 $. Ein kleines Detail – und doch verändert es, wie man über die Beständigkeit des eigenen Schreibens denkt.

ℹ️ Wichtig, wenn du über schwierige Zeiten schreibst

„On This Day” bewertet Inhalte nicht – ein schwerer Eintrag von vor drei Jahren erscheint ohne Vorwarnung neben einer schönen Urlaubserinnerung. In den Einstellungen lässt sich die Funktion abschalten, was wir beim therapeutischen Schreiben empfehlen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zu Tagebuch-Apps bei Angst und Depression.

🏆 Gewinner (Schreibgefühl): Day One – die aufgeräumteste Tagebuch-Oberfläche der Kategorie, mit automatischen Metadaten, die Notion nicht nachbauen kann. Notion punktet mit analytischer Kraft nach dem Schreiben; beim Schreiben selbst gewinnt Day One.

KI-Funktionen

Die Gold-Stufe (74,99 $/Jahr) ist im März und April 2026 gestartet. Im Zentrum steht Daily Chat – ein Gesprächsmodus, in dem eine KI Rückfragen stellt, auf das Geschriebene eingeht und Gespräche in Tagebucheinträge umwandelt. Dazu kommen Go Deeper-Impulse, Zusammenfassungen, Titelvorschläge und KI-generierte Bilder.

Alle KI-Funktionen sind opt-in und klar gekennzeichnet. Laut Day One werden Gespräche nur kurz verarbeitet, danach gelöscht und nicht fürs Training verwendet. Ein Teil der Verarbeitung läuft allerdings über Drittanbieter – wer Zero-Knowledge streng nimmt, geht hier einen Kompromiss ein.

🏆 Gewinner (Preis-Leistung KI): Day One Gold – mit 74,99 $/Jahr unterbietet die Stufe Notion Business (ab ca. 15 $/Monat, also 180 $+/Jahr) für vollen KI-Zugang deutlich. Wer nur einfache KI-Impulse will, dem reicht womöglich die kostenlose, begrenzte Probephase von Notion.

Was Day One bietet – und was nicht

✅ Stärken⚠️ Lücken und echte Schwächen
Immer aktive E2EE (AES-256-GCM) auf allen StufenEin-Gerät-Grenze in der kostenlosen Version
Aufgeräumtes Schreibgefühl – führend in der KategorieKeine Stimmungs- oder Gewohnheitserfassung
Buchdruck – einzigartig unter Tagebuch-AppsAndroid- und Windows-Apps weniger ausgereift als iOS
Automatische Metadaten (Wetter, Standort, Mondphase, Schritte)Keine monatliche Zahlung – nur jährlich
On This Day und 15 Jahre WeiterentwicklungSicherheitsaudit von nVisium – seitdem nicht öffentlich aktualisiert
Keine Einrichtung nötig – läuft sofortGold-KI (74,99 $/Jahr) erst seit März 2026

Am besten für: Alle, die eine fokussierte, langfristige Tagebuchpraxis mit echtem Datenschutz suchen – besonders auf Apple-Geräten. Für den Einstieg in spezialisierte Tagebuch-Apps halten wir Day One für die richtige Standardwahl.

Nicht geeignet, wenn: Du dein Tagebuch in deinem bestehenden Produktiv-Workspace haben willst. Du Datenbank-Filter und -Auswertungen deiner Einträge brauchst. Du auf mehreren Geräten schreiben willst, ohne zu zahlen.

↓ Day One in der vollständigen Vergleichstabelle ansehen


Bevor du weiterliest

Wenn Datenschutz der entscheidende Punkt ist, lohnen sich zuerst diese Artikel:

Notion

💛 Kostenlos / ab ca. 10 $/Monat jährlich bezahlt · keine E2EE

Notion ist ein universeller Produktivitäts-Workspace, den zig Millionen Menschen für Notizen, Projektmanagement, Wikis und Datenbanken nutzen. Entwickelt wurde es nicht fürs Tagebuchschreiben. Dabei lässt sich die Flexibilität so umlenken, dass darin ein Tagebuchsystem entsteht, das es in manchen Punkten mit spezialisierten Apps aufnimmt.

Notion Workspace Screenshot

Preise

Kostenlos: Unbegrenzte Seiten und Blöcke für den persönlichen Gebrauch, 5 MB Datei-Uploads, 7 Tage Seitenverlauf und eine begrenzte Notion-AI-Probephase. Läuft auf allen Geräten, ohne Obergrenze für Einträge. Für Einzelnutzende reicht der kostenlose Tarif unbegrenzt lange.

Plus (ca. 10 $/Monat, jährlich bezahlt): Unbegrenzte Datei-Uploads, 30 Tage Seitenverlauf, unbegrenzte Diagrammansichten und eine begrenzte KI-Probephase. Die meisten Einzelnutzenden im Plus-Plan wollen KI – bekommen sie hier aber eben nur eingeschränkt.

Business (ab ca. 15 $/Monat, jährlich bezahlt): Notion-AI-Funktionen inklusive – Notion Agent (erledigt mehrstufige Aufgaben), KI-Meeting-Notizen, dazu Enterprise-Funktionen wie SAML-SSO und feingranulare Berechtigungen. Erst auf dieser Stufe gibt es die vollständige KI-Auswertung der eigenen Tagebucheinträge. (Die KI-Bündelung hat sich zuletzt mehrfach geändert; ein Blick auf notion.com/pricing lohnt.)

Preise im April 2026 geprüft. Aktuelle USD-Preise vor dem Kauf auf notion.com/pricing nachsehen.

🏆 Gewinner (Preis – Gratisversion): Notion – unbegrenzte Seiten auf allen Geräten, keine Obergrenze für Einträge. Day Ones Gratis-Plan ist auf ein Gerät beschränkt. Bei den KI-Funktionen dreht sich das Bild allerdings: Day One Gold (74,99 $/Jahr) unterbietet Notion Business (180 $+/Jahr) deutlich.

Datenschutz und Verschlüsselung

Notion bietet auf keiner Stufe Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Deine Tagebucheinträge liegen auf Notions Servern und sind für Notion-Mitarbeitende technisch zugänglich – wie bei jedem üblichen Webdienst.

Das ist das Wichtigste, was du über das Tagebuchschreiben in Notion wissen solltest. Eine E2EE-Option gibt es nicht, eine Zero-Knowledge-Architektur ebenso wenig, und kein Tarif ändert daran etwas. Die Sicherheitsübersicht von Notion bestätigt zwar, dass Daten im Ruhezustand (AES-256) und bei der Übertragung (TLS) verschlüsselt sind – die Schlüssel hält aber Notion, nicht du.

Notion ist SOC 2 Type 2 zertifiziert und entspricht ISO 27001/27701. Solide Infrastruktursicherheit also – aber eben kein Ersatz für E2EE, wenn gerade die eigenen Einträge das sind, was geschützt werden soll.

Für viele Tagebuchthemen – Reflexionen zur Produktivität, Zielverfolgung, tägliche Notizen zur Arbeit – ist das wahrscheinlich vertretbar. Sobald es allerdings um sensible persönliche Dinge geht, um gesundheitliche Sorgen oder Gedanken, die niemand sonst lesen soll, ist Notion nicht die richtige Wahl.

🏆 Gewinner (Datenschutz): Day One – das ist kein knapper Vergleich. Sobald Datenschutz überhaupt eine Rolle spielt, ist Day Ones standardmäßige E2EE kategorisch stärker als Notions Architektur.

Plattformen

Notion ist Web-first, mit nativen Apps für iOS, Android, macOS und Windows. Weil es in jedem Browser läuft, funktioniert es auch unter Linux und Chrome OS ohne nativen Client.

Den nativen Offline-Modus gibt es seit August 2025. Damit lassen sich Seiten auch ohne Internet ansehen, bearbeiten und neu anlegen, auf Desktop wie auf Mobile. Allerdings ist die Einschränkung relevant: Einbettungen, Formulare und Buttons brauchen weiterhin eine aktive Verbindung, und pro Datenbankansicht synchronisieren sich nur die ersten 50 Zeilen offline. Für klassisches Text-Tagebuch funktioniert das gut; bei datenbanklastigen Aufbauten ist es eingeschränkter.

🏆 Gewinner (Plattformen): Unentschieden – beide decken dieselben fünf nativen Plattformen ab; Notion erweitert das via Browser auf Linux. Wer Linux zwingend braucht, greift zu Notion.

Schreibgefühl und Anpassbarkeit

Der eigentliche Vorteil von Notion liegt nicht im Schreibgefühl, sondern darin, was du nach dem Schreiben mit deinen Einträgen anstellen kannst.

Die Schreib-Oberfläche von Notion funktioniert, ist aber nicht aufs Tagebuchschreiben hin gebaut. Es gibt keine automatischen Metadaten, keine Wetter- oder Standort-Tags, kein On This Day. Du öffnest eine Seite und tippst.

Was Notion umgekehrt einzigartig gut kann: datenbankgestützte Auswertung. In einem sauber eingerichteten Notion-Tagebuch – mit Stimmungseigenschaften, Tags, Energiebewertungen und mehreren Ansichten – lassen sich Einträge nach Gefühl filtern, nach Energie sortieren und Muster über Monate sichtbar machen. Unser Leitfaden zur Notion-Tagebuch-Einrichtung zeigt das Schritt für Schritt.

Diese Art von längsschnittlicher Selbstanalyse kann Day One nicht bieten. Wer sein Tagebuch eher als Mustererkennung versteht denn als tägliches Schreiben, ist mit Notions Architektur tatsächlich stärker aufgestellt.

Allerdings ist der Einrichtungsaufwand real. Ein sinnvolles Notion-Tagebuchsystem kostet ein paar Stunden Zeit. Day One braucht keine.

🏆 Gewinner (Schreibgefühl): Day One – Notions Oberfläche funktioniert, ist aber nicht spezialisiert. Day One punktet beim Schreiben selbst; Notion punktet bei dem, was hinterher mit den Einträgen passiert.

KI-Funktionen

Die KI-Stufen von Notion haben sich 2026 deutlich verändert. Free- und Plus-Nutzende bekommen eine begrenzte KI-Probephase – genug, um Impulse und einfache Zusammenfassungen auszuprobieren. Die vollständige Notion AI inklusive Notion Agent, der mehrstufige Aufgaben im gesamten Workspace erledigt, steckt im Business-Plan (ab ca. 15 $/Monat).

Fürs Tagebuchschreiben ist der spannendste Anwendungsfall: Notion AI nach Mustern der letzten 30 Einträge fragen oder einen Monat Schreiben zusammenfassen lassen. Weil deine Einträge ohnehin unverschlüsselt auf Notions Servern liegen, bringt die KI-Verarbeitung kein zusätzliches Datenschutzrisiko – ein Grundschutz fehlt allerdings eben auch von Anfang an.

Zum Vollpreis liegt Notion Business für KI bei 180 $+/Jahr. Day One Gold mit KI kostet 74,99 $/Jahr. Nur für KI-Tagebuchfunktionen hat Day One das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was Notion bietet – und was nicht

✅ Stärken⚠️ Lücken und echte Schwächen
Großzügige Gratisversion – unbegrenzte Seiten, alle GeräteKeine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – auf keiner Stufe
Datenbankgestütztes Filtern und Auswerten der EinträgeVolle KI braucht Business-Plan (~ 180 $+/Jahr)
Verzahnt sich mit dem bestehenden Notion-WorkspaceEinrichtung nötig – nicht sofort einsatzbereit
Nativer Offline-Modus (seit August 2025)Offline-Datenbankansichten auf die ersten 50 Zeilen begrenzt
Hochgradig anpassbar – baue genau, was du brauchstKeine automatischen Metadaten (Wetter, Standort, Mondphase)
Läuft im Browser – funktioniert auf Linux und ChromeOSKein On This Day und keine tagebuchspezifischen Funktionen
SOC 2 Type 2 und ISO 27001 zertifiziertEinträge liegen auf Notion-Servern, für Mitarbeitende zugänglich

Am besten für: Aktive Notion-Nutzende, die ihr Tagebuch im bestehenden Workspace haben wollen. Produktivitätsorientierte Schreibende, die Einträge über die Zeit filtern, sortieren und auswerten möchten. Alle, denen tiefe Anpassbarkeit wichtiger ist als sofortige Bequemlichkeit.

Nicht geeignet, wenn: Du über sensible oder private Themen schreibst. Du willst, dass Tagebuchschreiben mühelos ist, ganz ohne Einrichtung. Du tagebuchspezifische Funktionen wie On This Day, automatische Metadaten oder Buchdruck willst.

↓ Notion in der vollständigen Vergleichstabelle ansehen


OwnJournal

💚 Kostenlos / 19,99 $/Jahr · Open Source · BYOS-Modell

Wenn die Datenschutzlücke zwischen Notion und Day One der entscheidende Punkt ist, gibt es eine dritte Option, die das Ganze von Grund auf anders löst.

OwnJournal speichert deine Einträge gar nicht erst auf eigenen Servern. Stattdessen verbindest du deinen eigenen Cloud-Speicher – Google Drive, Dropbox, Nextcloud oder iCloud – und die Einträge liegen dort. Ein Angriff auf OwnJournals Infrastruktur würde dein Tagebuch nicht offenlegen, weil das Tagebuch dort schlicht nicht liegt.

OwnJournal App Screenshot

Der Quellcode steht unter AGPL-3.0 als Open Source bereit – die Datenschutzversprechen lassen sich also im Code nachprüfen, statt sie auf Vertrauen hin akzeptieren zu müssen. Die kostenlose Version umfasst unbegrenzte Einträge geräteübergreifend, Emoji-Stimmungserfassung, Aktivitäts-Tagging, einen Stimmungskalender-Heatmap und Stimmungsstatistiken. Die Premium-Stufe (19,99 $/Jahr) bringt KI-Stimmungsanalyse und Activity-Mood Correlations – sie zeigen, welche Aktivitäten mit besserer oder schlechterer Stimmung zusammenhängen.

OwnJournal ist jünger als Day One und Notion, bietet weniger Multimedia-Funktionen und hat bisher noch keine iOS-App (in Entwicklung). Das Schreibgefühl von Day One oder die Datenbank-Stärke von Notion erreicht es nicht. Wer aber strukturelle Datenhoheit an erste Stelle setzt, bekommt hier architektonisch die stärkste Antwort der drei.

Am besten für: Alle, für die Datenhoheit oberste Priorität hat – mit nachprüfbarem Datenschutz, Open-Source-Code und der günstigsten Bezahlstufe. Gut geeignet, wenn du ohnehin auf Android unterwegs bist und Stimmungserfassung neben dem Schreiben möchtest.

Nicht geeignet, wenn: Du jetzt sofort iOS-Support brauchst, das reichhaltigste Multimedia-Schreiberlebnis willst oder die tiefe Anpassbarkeit eines Datenbank-Tagebuchs. OwnJournal ist jünger und hat weniger Funktionen als Day One oder Notion.


Notion vs Day One: Vergleich auf einen Blick

Day OneNotionOwnJournal
Preis (kostenlos)Kostenlos (1 Gerät)Kostenlos (alle Geräte)Kostenlos (alle Geräte)
Preis (voller Funktionsumfang)49,99–74,99 $/JahrPlus ca. 10 $/Monat; Business ca. 15 $+/Monat19,99 $/Jahr
Preis (mit KI)74,99 $/Jahr (Gold)Ca. 15 $+/Monat (Business)19,99 $/Jahr
E2EE standardmäßigJa – alle Stufen einschließlich kostenlosAuf keiner Stufe verfügbarNein – stattdessen BYOS-Ansatz
DatenortAutomattic-Server (USA)Notion-Server (USA)Dein eigener Cloud-Speicher
Open SourceNeinNeinJa (AGPL-3.0)
Plattformen5 (iOS, Mac, Android, Win, Web)5 + Browser (Linux, ChromeOS)2 (Web, Android)
Speziell fürs Tagebuch gebautJaNeinJa
Einrichtung nötigKeineMehrere StundenMinimal
OfflinezugriffVollständigVerbessert (Aug. 2025) – Text funktioniert; DB-Zeilen begrenztBrowser-abhängig
Automatische MetadatenJa (Wetter, Standort, Schritte)NeinNein
On This DayJaNeinNein
StimmungserfassungNeinManuell (Datenbank-Eigenschaft)Ja (Emoji + Aktivitäts-Tags)
Geführte ImpulseJa (tägliche Impulse, Vorlagen)Manuell (Vorlage nötig)Nein
KI-FunktionenGold-Stufe (74,99 $/Jahr)Business-Plan (ca. 15 $+/Monat); begrenzte Probephase in Free/PlusPremium (19,99 $/Jahr)
Physischer BuchdruckJa (ab 19,99 $)NeinNein
Datenbank / AnalyseEingeschränktAusgezeichnetEingeschränkt
SicherheitsauditnVisium (E2EE-Prüfung, nicht kürzlich aktualisiert)SOC 2 Type 2 + ISO 27001 (Infrastruktur)Keines
Unternehmensalter15 Jahre~10 Jahre~1 Jahr

Was bekommst du kostenlos wirklich?

Day One (Basic)Notion (kostenlos)OwnJournal (kostenlos)
TexteinträgeUnbegrenztUnbegrenztUnbegrenzt
GeräteNur 1 GerätAlle GeräteAlle Geräte
TextformatierungJaJaJa
E2EEJaNeinOptional
OfflinezugriffVollständigJa (Text); eingeschränkt bei DatenbankenEingeschränkt
Fotos1 pro EintragJa (5 MB pro Datei)Ja
SucheJaJaJa
KI-FunktionenNeinBegrenzte ProbephaseNein
StimmungserfassungNeinNur manuellJa
DatenbankansichtenNeinJaNein
VorlagenJaJa (100+ im Marktplatz)Nein
ExportJaJaDirekter Dateizugriff

Wer ohne zu zahlen schreiben will, hat mit Notions Gratisversion die flexibelste Option – unbegrenzte Seiten auf allen Geräten – muss das System aber selbst bauen und hat keine Verschlüsselung. Day Ones Gratisversion ist am einfachsten zu starten; die Beschränkung auf ein einziges Gerät ist für die meisten allerdings eine echte Hürde. OwnJournals Gratisversion liegt dazwischen: unbegrenzte Einträge auf allen Geräten, mit eingebauter Stimmungserfassung, gespeichert im eigenen Cloud-Speicher.


Die Datenschutzlücke ist größer, als sie auf den ersten Blick wirkt

Der Verschlüsselungsunterschied zwischen Day One und Notion verdient mehr Gewicht, als die meisten Vergleichsartikel ihm geben.

Im Klartext: Bei einer rechtlich wirksamen Aufforderung muss Notion kooperieren und kann lesbare Einträge herausgeben – das Unternehmen hält schließlich die Schlüssel. Day One kann zwar ebenfalls kooperieren, gibt aber nur Chiffretext heraus – ohne den Schlüssel auf deinem Gerät unlesbar. Das gilt unter der Annahme, dass die E2EE-Implementierung so funktioniert wie dokumentiert; genau das hatte die nVisium-Prüfung untersucht.

Das ist keine theoretische Sorge. Behördenanfragen, Datenlecks, Zugriffe durch unredliche Mitarbeitende, kompromittierte Konten – in all diesen Szenarien verhindert E2EE den Schaden entweder oder begrenzt ihn deutlich.

Fürs Tagebuchschreiben hat dieser architektonische Unterschied ganz praktische Folgen. Schließlich geht es hier oft um Gesundheit, Beziehungen, psychische Belastungen und sehr Privates. Unser Datenschutz-Vergleich zeichnet das Gesamtbild über alle großen Apps.

Das Datenschutz-Urteil, klar gesagt

Wenn du in dein Tagebuch Dinge schreibst, die Fremde nichts angehen – gesundheitliche Sorgen, Beziehungsthemen, psychische Belastungen –, dann schreib nicht in Notion. Day Ones immer aktive E2EE ist keine Premium-Funktion; sie ist die Grundlinie für ein privates Tagebuch.


Welche App passt zu dir?

Day One ist die richtige Wahl, wenn du:

  • Eine spezialisierte Tagebuch-App willst, die ohne Einrichtung sofort funktioniert
  • Wert auf Datenschutz legst – du schreibst über Persönliches, Sensibles oder Privates
  • Hauptsächlich Apple-Geräte nutzt und das beste native Erlebnis möchtest
  • Funktionen willst, die nur in einem Tagebuch Sinn ergeben: On This Day, automatische Metadaten, Buchdruck
  • Bereit bist, 49,99–74,99 $/Jahr für das beste spezialisierte Erlebnis zu zahlen

Notion ist die richtige Wahl, wenn du:

  • Ohnehin aktive Notion-Nutzende mit einem bestehenden Workspace bist
  • Dein Tagebuch im gleichen Werkzeug haben willst, in dem du Projekte, Notizen und Aufgaben verwaltest
  • Datenbankgestützte Auswertung willst – Filtern nach Stimmung, Sortieren, Muster über die Zeit sichtbar machen
  • Eher unsensible Themen festhältst (Produktivitätsnotizen, Zielverfolgung, Projektreflexionen)
  • Eine Gratisversion willst, die auf allen Geräten ohne Einschränkungen läuft

OwnJournal ist eine Überlegung wert, wenn du:

  • Datenhoheit als oberste Priorität siehst und Datenschutzversprechen im Code nachprüfen willst
  • Stimmungserfassung und Aktivitätseinblicke willst, ohne strukturell bei der Privatsphäre Abstriche zu machen
  • Auf Android bist oder hauptsächlich im Browser arbeitest
  • Dir der Preis von 19,99 $/Jahr neben starken Datenschutzgarantien zusagt

Schau dich woanders um, wenn du:


Häufig gestellte Fragen

Taugt Notion zum Tagebuchschreiben?

Notion ist erstaunlich brauchbar – vor allem, wenn du ohnehin in Notion arbeitest. Mit den Datenbankfunktionen lassen sich Einträge filtern, sortieren und auswerten, wie Day One es nicht kann. Allerdings fehlt Notion die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, und der Offline-Modus ist eingeschränkt. Für sensible Einträge ist es deshalb die schwächere Wahl.

Gibt es Day One auch kostenlos?

Ja. Der Basic-Tarif kostet nichts und bietet unbegrenzte Texteinträge, beliebig viele Tagebücher und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – allerdings nur auf einem einzigen Gerät. Wer auf mehreren Geräten schreiben will, braucht Silver für 49,99 $/Jahr.

Ist Notion privat genug fürs Tagebuch?

Nein. Notion bietet keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Deine Einträge liegen auf Notions Servern und sind für Mitarbeitende technisch lesbar. Für private oder sensible Tagebücher ist eine spezialisierte App mit E2EE wie Day One deutlich sicherer.

Was ist besser, Notion oder Day One?

Das hängt davon ab, was dir wichtig ist. Day One punktet mit einem fokussierten, privaten Schreiberlebnis, eingebauter E2EE, automatischen Metadaten und Funktionen wie On This Day und Buchdruck. Notion ist besser, wenn du dein Tagebuch in deinem bestehenden Workspace willst und auf die Auswertung über Datenbankansichten Wert legst.

Lässt sich Notion AI fürs Tagebuch nutzen?

Ja, mit Einschränkungen. Im Free- und Plus-Tarif gibt es eine begrenzte KI-Probephase; die volle Notion AI steckt im Business-Plan (ab ca. 15 $/Monat). Da Notion ohnehin keine E2EE bietet, bringt die KI-Verarbeitung kein zusätzliches Datenschutzrisiko – einen Grundschutz gibt es aber eben auch nicht.

Läuft Day One auf allen Plattformen?

Day One gibt es für iOS, macOS, Android, Windows und Web – fünf Plattformen. Einen nativen Linux-Client gibt es nicht. Notion ist Web-first und läuft in jedem Browser, also auch unter Linux, dazu gibt es native Apps für iOS, Android, macOS und Windows.


Und jetzt?

Wer sich schon entschieden hat, findet hier den direktesten Weg, tatsächlich anzufangen:

  • Day One gewählt: Installiere die App auf dem Gerät, auf dem du am meisten schreibst. Richte ein einzelnes Tagebuch im kostenlosen Basic-Plan ein und schreib in dieser Woche drei Einträge. Erst danach entscheiden, ob 49,99 $/Jahr für Silver sich lohnen – ruhig erst zahlen, wenn die Gewohnheit steht.
  • Notion gewählt: Folge unserem Leitfaden zur Notion-Tagebuch-Einrichtung, baue eine Datenbank mit den Eigenschaften Datum, Stimmung und Tags und leg dir eine Vorlage „Täglicher Eintrag” mit drei Fragen an. Heute Abend den ersten Eintrag schreiben – zwei Sätze reichen für den Anfang.
  • Noch unentschlossen: Lad dir Day Ones kostenlosen Plan jetzt herunter, eröffne ein neues Tagebuch und schreib drei Sätze über heute. Das Ein-Gerät-Limit zeigt sich von selbst – wenn es nicht stört, hast du den Einstieg sowieso schon kostenlos hinter dir.

Letztlich ist die wichtigere Entscheidung nicht, welche App du nimmst, sondern dass du anfängst. Drei Sätze heute Abend reichen vollkommen.


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